Donnerstag, 2. Mai 2013

Daube de boeuf mit süssem Gemüse und Fussili Lunghi


In zehn Tagen ist mein Rindfleisch von den Hochlandrindern soweit reif, dass ich es auf der Power-Farm abholen kann. Und aus diesem Grund müssen wir derzeit unseren Tiefkühler leer essen. Vor drei Tagen, als ich abends in den TK-Schubladen rumwühlte, fiel mir ein Beutel mit Bio-Rindsragout in die Hände. Ehrlich, Ragout...? Wer will jetzt noch Geschmortes. Aber mein Blick aus dem Fenster liess mich dermassen frösteln - stockdichter Nebel - dass ich sofort das Rind aus dem Permafrost befreite, mir ein Badewasser in die Wanne liess und mich darin versenkte. Eigentlich wollte ich erst wieder auftauchen, wenn Hochsommer ist! Ich habe es mir aber dann anders überlegt und nachdem das Rind aufgetaut war, durfte es auch baden - nämlich 24 Stunden in Rotwein. 

Rezept für 3 Personen
Daube de boeuf
400 g Ragout vom Bio-Rind, in 3-cm-Würfel geschnitten
1 Stück Sellerie
1 Karotte
1/2 Zwiebel
1/2 l Rotwein
5 cl Cognac
2 Esslöffel Rotwein-Essig
10 Pfefferkörner
5 Wachholderbeeren
1 Thymianzweig
2 Lorbeerblätter
3 Gewürznelken
2 dl Rinderbrühe
Bratbutter
Salz, Pfeffer
wenig Mehl
evtl. Beurre Manié (Butter-Mehl-Gemisch 1:1 verknetet, kühl gestellt)

Süsses Gemüse
3 grosse, weisse Spargelstangen
3 Karotten
1 Esslöffel Honig
2 Esslöffel Ahornsirup
Salz, Pfeffer
Butter
5 cl weisser Aceto Balsamico
Schnittlauch
eine Handvoll Datteltomaten

Daube de Boeuf
Sellerie, Karotte und Zwiebel in kleine Stücke schneiden. Zusammen mit dem trockengetupften Fleisch, dem Rotwein, dem Rotwein-Essig, den Pfefferkörnern, Wachholderbeeren, Lorbeer, Nelken und dem Thymianzweig in eine Porzellanschüssel geben. Das Fleisch sollte mit Wein komplett bedeckt sein. Schüssel zudecken und für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Am andern Tag das Fleisch aus der Beize nehmen und trockentupfen. Ein Gusseisentopf erhitzen, Bratbutter drin schmelzen und das Fleisch portionenweise anbraten. In einem separaten Topf gleichzeitig die Beize inkl. der darin schwimmenden Gemüse aufkochen lassen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Anschliessend die Beize durch ein mit einem Mulltuch ausgelegten Sieb giessen.
Das Fleisch mit ganz wenig Mehl bestäuben und dieses Farbe nehmen lassen. Erst den Cognac, dann die Beize zum Fleisch giessen und den Bratensatz lösen. Aufkochen lassen, die Rinderbrühe beifügen, salzen, pfeffern und dann zugedeckt ca. 3,5 bis 4 Stunden ganz leise simmern lassen. Das Fleisch sollte so weich sein, dass es zum Schluss mit einem Löffel geteilt werden kann. Evtl. zum Schluss die Sauce mit Beurre manié abbinden - meine war schon so sämig, dass ich nichts mehr binden musste.

Süsses Gemüse
Die Datteltomaten halbieren, salzen, pfeffern und mit Olivenöl bedeckt in einem kleinen Schüsselchen für 15 Minuten bei 220 Grad in den Backofen schieben.
Spargeln und Karotten schälen, diagonal in Stücke schneiden. In einer Sauteuse die Butter auslassen, erst die Spargeln, dann nach 3 Minuten die Karotten dazu geben und die Gemüse sautieren. Salzen, leicht pfeffern, den Honig und den Ahornsirup beifügen, leicht einkochen lassen und den Balsamico beifügen. Das Gemüse zugedeckt so garen, dass es noch gut Biss hat. Zum Schluss mit Schnittlauch bestreuen.

Letztens hatte das Küken in einem Laden Fussili Lunghi entdeckt und wollte die unbedingt ausprobieren. Zum Daube de Boeuf waren sie die ideale Begleitung, weil sie schön viel Sauce aufnehmen können. Sehr empfehlenswert.

Kommentare:

  1. Ja, leider passt dieses winterliche Gericht immer noch... wir hatten kürzlich auch Fussilli: da war das mit der Sauce aber etwas schwierig. Ich muss die jedenfalls nicht mehr haben.
    Gruss Bea

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  2. Ich finde, so lange es nicht 30°C im Schatten hat, geht Ragout immer, vor allem mit so farbenprächtiger (leichter) Begleitung :-)
    Wir hatten gestern zwar den ganzen Tag Sonne, aber der Wind war kalt (ich will ja nicht unken, aber ich ich habe das Gefühl der Frühling wird direkt in den Herbst übergehen...)

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  3. Das ist doch mal ein frühlingshaftes Schmorgericht. Und ein sehr schöner Teller, übrigens.
    Fussili lunghi sind schick und hier ebenfalls sehr beliebt :-)

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  4. Basler Dybli02 Mai, 2013 11:09

    อร่อยมาก ;-)

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  5. auf jeden Fall schmeckt derzeit Ragout, und Deinen Teller, den hätte ich auch mit Genuss leer gegessen, tolles Foto!

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  6. Daube de boeuf gehört zu meinen Lieblingsgerichten und man es sehr gut noch kühlen Frühjahr essen. Sollte es Reste haben, ich würde auch nachher spülen.
    Toettchen

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  7. Man kann die Dinge schönreden, aber es ist einfach noch kein Terrasse-Weisswein-Salat-Wetter.

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  8. @Bea
    Das waren nicht normale Fussili, sondern ca. 50 cm lange. Man muss sich halt ein bisschen auskennen mit Nudeln, damit man weiss welche Nudelform zu welchem Gericht passt. Die hier haben mit der Sauce wunderbar gepasst.
    @Kochpoetin
    Es IST Herbst. Hier hing heute früh dichter Nebel und nun pisst es.
    @Magentratzerl
    Gell, ich finde die Fussili Lunghi eben auch ganz nett. Danke fürs Kompliment wegen dem Teller.
    @Basler Ferienkandidat ;-)
    Geniess Deinen Urlaub - hier verpasst Du wettertechnisch gesehen schon mal gar nichts.
    @Flohnmobil
    Ich bin geistig bereits am kochen ;-)
    @Kegala
    Wenn das so weiter geht, gibts die restlichen 7 Monate von diesem Jahr auch noch Schmorfleisch ;-)
    @Toettchen
    Die Reste sind leider weg und spülen muss man bei mir nicht. Für das haben wir eine Marie (Geschirrspüler) und für die Töpfe und Schüsseln zwei Junghühner ;-) Was aber nicht heisst, dass ich Dich nicht gerne bekochen würde...
    @Duni
    Glaub mir, da hilft nicht mal mehr schönreden...

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    1. Basler Dybli05 Mai, 2013 12:31

      Danggscheen, i gib mr alli "Mieh" ! :-)
      I verzell dir lieber nüt vom Wätter - do, wenn' i seh was in dr Schwyyz eso ab(e)lauft ...

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  9. Ist das nicht ein wenig umständlich wenn man etwas auftauen möchte und dies in der Badewanne macht?

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  10. Sieht köstlich aus, würde ich jetzt auch nehmen. Und die langen Fussili sind cool!

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  11. @Huebi
    Du, in der Wanne taut - egal was - sehr schnell auf ;-)
    @Zorra
    Jepp, die Fussili haben mir auch gefallen. Die kauf ich wieder.

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