Dienstag, 28. Oktober 2014

Herbst-Apéro - Ziegenkäse-Crostini mit westfälischem Knochenschinken, Feigen und Zwiebelconfit


Dass ich dieses Jahr kaum was verbloggt habe, hatte gesundheitliche Gründe. Die geneigte Leserin (Leser sind da mit eingeschlossen) weiss, mein Rücken... Etwas musste geschehen, ich lag ja alle drei Wochen für zehn bis vierzehn Tage flach. Ärzte, Physio, Schmerztabletten, Chiropraktik, Morphium, Massagen, Schmerztabletten, heisse Bäder etc...
Ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer einzigartigen Schmerzklinik brachte endlich Linderung in das über 30jährige Leiden. Unter anderem hatte man mir Sport verschrieben. Über die Stockenten, bzw. die mittelalterlichen Damen beim NordicWalking, habe ich noch vor einem Dreivierteljahr leicht abschätzig gegrinst. Jetzt gehöre ich dazu, das blöde Grinsen ist mir vergangen... ;-)
Denn mit einer lieben Freundin stöckle ich täglich im Morgengrauen über die Feldwege - ärztlich verschrieben sozusagen. Stöckle ich auch nur einen oder zwei Tage nicht, muss ich leiden. Phuuuu, manchmal muss ich den innerlichen Sauhund schon arg prügeln... noch vor 6 Uhr morgens in die Sportlatschen ist irgendwie nicht so das, was der Mensch sich wünscht. Vor allem nicht, wenn es im Bett kuschlig warm und draussen zappenduster und a...kalt ist.
So, aber nun genug der Erklärung, warum und weshalb ich so lange nix verbloggt habe. Mir geht es wesentlich besser. Jetzt muss ich mir nur noch den Ruck geben, wieder in die Bloggerei zurückzufinden. Hier mal ein kleiner Versuch.
Diese herbstlichen Crostini hatte ich letztens bereits Freunden kredenzt, dann kamen sie bei des Junghahns Purzeltag aufs Brunchbuffet, vor zehn Tagen durften sich meine Herrenkochkurs-Teilnehmer daran erfreuen und letzten Freitag haben das Küken und ich uns auch wieder daran gelabt.
Crostini
1 Frischback-Baguette
75 g Ziegenfrischkäse (z.B. Chavroux) oder Kuhmilch-Frischkäse (z.B. Philadelphia)
4 hauchdünne Tranchen westfälischer Knochenschinken
4 kleine Feigen
grob gemahlener schwarzer Pfeffer

Zwiebelconfit (Rezept siehe unten)

Ofen auf 220 Grad vorheizen. Baguette in Scheiben schneiden. Die Scheiben auf ein Backofengitter legen und in der Ofenmitte 5 bis 7 Minuten backen. Achtung: Crostini unter Kontrolle halten, der Weg vom Crostini zum Kohlestück ist sehr kurz.
Jede Crostinischeibe mit Ziegen- oder Kuhmilch-Frischkäse bestreichen (je nach Geschmack), auf die eine Hälfte ein Stückchen Knochenschinken drapieren, auf die andere Hälfte eine Scheibe Feige legen.
Mit einem Espressolöffel wenig Zwiebelconfit auf den Schinken geben und das Crostini mit grob gemahlenem Pfeffer bestreuen.


Zwiebelconfit
2 grosse, rote Zwiebeln
2 grosse, weisse Zwiebeln
50 g Rohzucker
2 Kaffeelöffel gelbe Senfkörner
1 Kaffeelöffel Korianderkörner
1 Zweig Rosmarin
1 Lorbeerblatt
Salz
Schwarzer Pfeffer
1 dl Balsamico-Rotweingemisch
Bratbutter

Zwiebeln schälen, vierteln und in feine Viertelringe schneiden. In einer Sauteuse oder einem Topf die Bratbutter auslassen. Zwiebeln reingeben und leicht anbraten, dann die Senfkörner, die Korianderkörner und den Zucker dazu geben. Wenn der Zucker leicht caramelisiert, mit der Hälfte des Balsamico-Rotweingemischs ablöschen. Rosmarin, Lorbeer, Salz und ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle dazu geben. Das Ganze bei kleiner Hitze köcheln lassen, ab und an umrühren. Wenn die Flüssigkeit verdampft ist, den Rest Balsamico-Rotweingemisch beifügen und diese ebenfalls einkochen lassen. Zum Schluss noch mit einem kleinen Spritzer Balsamico und Salz abschmecken. Die Konsistenz sollte zähflüssig-dick sein.
Zum Aufbewahren kann man das Confit sehr heiss randvoll in sehr saubere Gläser abfüllen, Deckel aufschrauben und die Gläster 3 Minuten auf den Kopf stellen. Hält sich im Keller mind. zwei Jahre. Geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren.

Und hier noch zwei/drei Impressionen aus Westfalen, wo ich unlängst mit Toettchen im Urlaub war. Bezüglich Schweine, die dort ja frei rumlaufen, z.B. das berühmtberüchtigte Bentheimer Landschwein... da habe ich mich belehren lassen, dass Schweine kälteempfindlich sind. Deshalb waren die auch nicht draussen, als ich dort war. Aber ein kleines Schnuckel-Schweinchen habe ich gesehen. Das lief an der Leine. Das war auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen. Dort, wo ich eigentlich nur Pferde vermutet hatte... ;-)

Schwein und Hund auf der Trabrennbahn in Gelsenkrichen

Naja, und dann haben wir noch ein bisschen gewettet. Mit dem, was wir gewonnen haben - ähm, ehrlichkeitshalber ist zu sagen, dass Toettchen gewonnen hat und ich grad mal meinen Einsatz rausgehauen habe - waren wir lecker Essen.

Trabrennbahn Gelsenkirchen

Kleiner Gewinn... aber immerhin

Und demnächst geht es hier weiter, mit Impressionen aus Westfalen bzw. dem  Ruhrpott und dem Münsterland. Gebt mir ein bisschen Zeit, wieder Fuss zu fassen. Merci :-)

Kommentare:

  1. Ja, wenn sie wieder so feine Sachen macht, dann wird das schon wieder . . . das Kreuz mit dem Kreuz !
    Herzlichst Doris

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    1. Wir gehen's einfach langsam an - ist einfacher für den Rücken und auch sonst bekömmlicher :-)

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  2. Ergänzend zum Schinken zu sagen: Westfalen ist eine Region, in der die "Westfälischen Fünf" - Schinken, Mettwurst, Pumpernickel, Stuten und Korn - zu Hause ist. In Westfalen hat die Schweinezucht und -mast eine Jahrhunderte alte Tradition. Ursprünglich zeichnete sich ein westfälisches Schweineleben sogar noch durch freies und gar wildes Heranwachsen in den dortigen Eichenwäldern aus. Geheimnis dieser kulinarischen westfälischen Spezialität ist das Salz. Dies ist natürlich nicht irgendeines, sondern es zeichnet sich durch eine spezielle Konsistenz, also Körnung der Kristalle, und die Zugabe von Gewürzen oder Kräutern aus. die Aufgabe, das Fleisch haltbar, zugleich rot und zart zu machen und dem Schinken langsam das Wasser zu entziehen.

    Selbstverständlich wird das Salz von Hand eingerieben. Dies geschieht ebenso wie das Wenden und Schichten über mehrere Wochen in regelmäßigen Abständen. Weil das Salz aber auch die im Fleisch vorhandenen Aroma-Stoffe intensiviert, beeinflusst es nicht zuletzt auch den guten Geschmack. Das zweite , wichtige, ebenfalls Geschmack bildende Kriterium ist der Röhrenknochen, der bis zuletzt im Schweineschinken verbleibt. Danach wird der Schinken mindestens sechs Monate lufttrocken zum Reifen aufgehangen.
    Liebe Henne, danke für die Verwendung des westfälischen Knochenschinkens aus meiner Heimat.

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    1. Das nächste Mal orientieren wir uns an dieser Seite hier http://www.schinkenland-westfalen.de/ und besuchen einen Schinkenhersteller. Und den Kornhersteller. Und eine Senfmanufaktur und... achherrjee... wir sollten uns noch soooo vieles anschauen :-)

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  3. Wie schön! Also, dass es dir besser geht, du wieder bloggst und natürlich, dass du "stöckelst". ;-) Diesen Schweinehund kenne ich nur zu gut, habe gerade vor fünf Wochen wieder mit dem Halbmarathontraining angefangen. Zu dem Tempoläufen muss ich mich mittwochs auch immer arg zwingen...
    Das Zwiebelconfit klingt klasse. Da werden meine Vorräte wohl Zuwachs bekommen. :-)

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    1. Halbmarathon... Tempoläufen... Du bist echt gut! Da kann ich mit meinen 5,6 km auf eine Stunde einpacken.

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  4. Hallo Du wildes Huhn!
    Wie Du warst hier in "meiner" Region, quasi vor meiner Haustür!? ...und ich hab nichts gewusst!!! Du kommst hoffentlich mal bald wieder :-)
    Dein Rücken"laster" ist eine ganz blöde Sache, da kann ich mitreden, es ist schon blöd wie Schmerzen an der Lebensqualität reißen.
    Aber so doof wie Dein Problem auch ist, ich freue mich auf ganz viele Geschichten aus Deiner Küche die Du uns jetzt wieder servierst. Wie heißt es doch so schön, hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter laufen.
    Und Dein Herbst-Apero ist schon notiert ;-)

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    1. Du, ich hab sogar zum ersten Mal im Leben ein richtiges Büdchen gesehen. In Dortmund. Und das hab ich sogar fotografiert. Da hat der Besitzer subito den Kopf aus dem Fensterchen gestreckt und wolte wissen, warum ich sein Büdchen fotografiere. Er hatte dann vollstes Verständnis für meine Aktion, als ich ihm erklärt habe, dass es sowas in der Schweiz nicht gäbe und ich quasi meinen Landsleuten so ein Büdchen näher bringen wolle mit einem Foto von seinem schnuckligen Büdchen (das war drum ganz hübsch bemalt). Ab da hat er sehr freundlich aus dem Fenster geschaut :-)

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  5. Willkommen zurück, meine Liebe :-) ! Freude herrscht!
    Training am Morgen geht bei mir nur dann, wenn ich speziell motiviert bin (z.B. wenn eine attraktive, lustige Personal Trainerin auf mich wartet ;-) ... aber diese Zeiten sind schon länger vorbei). Somit bleibt nur, über Mittag oder am Abend etwas Sportliches zu tun. Der SH ist da ständiger Begleiter.
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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    1. Attraktive Personal-Trainerin? Aha... sowas findet sich bei mir auf den Feldwegen natürlich nicht. Ich treffe da lediglich Hündeler, Jogger und Bauern. Allesamt nicht wirklich attraktiv ;-)

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  6. Nix mit wild herumflatterndem Hendl, sondern eher flügellahm - du Arme!
    Aber schön, dass du dich wenigstens ab und zu meldest und uns verrätst, was dich so verschwinden hat lassen.
    Weiterhin alles Gute!

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    1. Die wilden Zeiten sind mehrheitlich vorbei, liebe Turbohausfrau. Ich bin ganz schön zahm geworden in den letzten Jahren - gezwungenermassen sozusagen.

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  7. Klingt aber so, als wäre das Poulet wieder am Abheben, zur Freude der Foodbloggergemeinde! Ich drücke dir die Daumen zum Durchhalten mit den Stöcken, und mit dem Bloggen.

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  8. Schön, wieder etwas von dir zu hören. Hoffe, dass es auch weiterhin mit deiner Gesundheit bergauf geht. Bin sehr froh, dass ich frühmorgens keinen Sport betreiben muss. Das würde nicht gut enden. Vor 10h überlasse ich mich vollständig dem Hund, der mich einmal ums Quartier führt und wieder nach Hause bringt. Ohne ihn wäre ich verloren. :D

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    1. Cookie, ich lach mich grad schief. Genau solche Gestalten sehe ich beim morgendlichen Stöckeln über die Felder andauernd. Da führen meist die Hunde ihre Herrchen und Frauchen aus. Die wiederum gucken total verpennt aus der Wäsche und sind froh, dass Fifi den Heimweg kennt.

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  9. Schön, dass es Dir wieder besser geht. Ich drücke fest die Daumen, dass es so bleibt. Noch runzle ich die Stirn über die Stockenten, aber wer weiß, wann die Realität mich einholt ;-)
    Und vom Apéro, da schnappe ich mir was.

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    1. Naja, als ich das erste Mal nach dem KH-Aufenthalt alleine über die Felder gestöckelt bin, kam ich mir schon irgendwie doof vor. Aber mittlerweilen ist es mir sowas von egal, was das Volk da draussen denkt. Ich weiss, wenn ich es nicht tue - also das stöckeln - kriege ich ratzfatz die Quittung in Form von Schmerzen.

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  10. Was bin ich froh, dass ich meine Gesundheit erhalten kann mit Training, das zu einer menschenfreundlichen Zeit stattfinden kann!
    Wie schön, dass du dich wieder vermehrt deinem Blog zuwenden kannst und willst. Da freuen wir uns doch alle mit dir!
    Herzliche Grüsse
    Bea

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    1. Ach, weisst Du, ich könnte auch über den Mittag oder abends gehen. Aber ehrlich gesagt, ich mag nicht zweimal täglich duschen. Drum geh ich lieber früh morgens über die Felder und anschliessend nach Hause unter die Dusche.

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  11. Nachdäm i mi e gfühlti Ewigkeit mit Risotto näbscht Ziegechäs und Öpfelkiechli duuregschlage ha, freu i mi uf witeri Läggerbisse us dinere Kuchi. :-)
    Spass bi Site, i freu mi ächt, dass du wiider zwäg bisch und au di fiine Humor bhalte hesch ! "Sawadee krap"

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    1. Merci fürs freuen :-)
      Jessäs, was bedeutet denn «Sawadee krap»?

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    2. Guten Tag oder auch Willkommen ! (auf thailändisch)
      Weibliche Personen sagen "Sawadee kha"

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  12. Ach, du liebes Federvieh, ist das schön, wieder von dir zu lesen!!! Nimm dir alle Zeit der Welt, die du brauchst. Ich bin sooo froh, dass es dir wieder besser geht!
    Vor lauter Begeisterung habe ich ganz vergessen zu lesen, was du gekocht hast, das muss ich mir gleich nochmal anschauen ;-)

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  13. ich fürchte, mich brächte nicht mal die zitierte attraktive personal-trainerin zum sport... furchtbar das ganze mit dem buckel! besser die urlaubsimpressionen, vorallem die minisau an der leine! dass Du kein büdchen kennst, ist nicht unbedingt schweizerisch, in süddeutschland gibts die eigentlich auch nicht.

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    1. Wenn Du dermassen abartige Schmerzen hast und diese mit wenig sportlichem Aufwand ein bisschen lindern sowie den schnell fortschreitenden Zerfall des Körpers und damit wiederum mehr Schmerzen aufhalten kannst, dann gehst auch Du stöckeln, glaub mir. ;-) Bei mir war die Schmerzgrenze wirklich erreicht...

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  14. Ich freue mich sehr, dass du dich mit einem so hinreißend köstlich aussehenden Foto zurückmeldest! Hauptsache, du hast ein Mittel, die Schmerzen loszuwerden - da wäre mir alles andere piepschnurzegal :-) (Als Geocacher ist mir sowieso so gut wie nix peinlich ;-) Und ich habe auch gemerkt, wie gut Bewegung tut, laufe seit einiger Zeit mit einem Schrittzähler als Muntermacher und Motivator rum)

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    1. Merci fürs Foto-Kompliment :-)
      Genau, da das Stöckeln gegen die Schmerzen hilft, ist es mir so lang wie breit, was andere denken. Einen Schrittzähler habe ich nicht, ich walke nach Zeit. Jeden Tag mind. eine Stunde. Wenn ich sehr schnell gehe und meine übliche Runde zu Ende ist, bevor die Stunde um ist, hänge ich einfach noch ein Stück Weg mit dran.
      Am Wochenende schraube ich aber auch mal auf zwei Stunden hoch.

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