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Mittwoch, 4. Dezember 2013

Riz Casimir - wer hat's erfunden?


In der Hühnerküche wird täglich mit frischen Zutaten gekocht. Zwiebeln sind immer vorrätig, Kartoffeln ebenfalls. Der Kühlschrank ist immer mit mindestens drei verschiedenen Sorten Gemüse bestückt, zwei Sorten Blattsalat entsprechend der Saison sind auch vorhanden. Im Wohnzimmer steht das ganze Jahr eine grosse Schale mit Obst - derzeit Mandarinen, Orangen, Äpfel und Bananen - aus der man sich jederzeit bedienen kann.

Aber ein- oder zweimal pro Jahr zückt Frau Henne den Dosenöffner. Nämlich immer dann, wenn eins der Junghühner bittet: «Kannst Du nicht wieder mal Riz Casimir machen?!» Riz Casimir ist der Klassiker aus den 50er Jahren. Kalb- oder Pouletfleisch an einer milden Curry-Sahne-Sauce, serviert im Reisring, garniert mit Früchten. Und wer hat's erfunden? Jawoll - ein Schweizer! Und zwar Ueli Prager, der Gründer von Mövenpick (nein, ich kriege kein Geld für diese Verlinkung). Die Geschichte rund um dieses Kult-Essen könnt ihr hier nachlesen.
Im Urrezept wird Riz Casimir mit Kalbfleisch gemacht, bei uns mit Hühnerfleisch. Das Original sieht Paprikastreifen vor, im Dosenzeitalter der 60er Jahre wurden diese durch Herzkirschen ersetzt. Und da ich ein Kind der 60er bin, gab es Riz Casimir immer mit Obst frisch aus der Dose ;-)
Das ist heute noch so. Das einzig frische Früchtchen auf dem Riz Casimir ist bei uns eine in Butter gebratene Banane. Wehe, ich würde meinen Kindern Riz Casimir mit frischen Pfirsichen oder Ananans servieren - die würden lange Gesichter machen. Noch schlimmer, wenn die unsägliche, knallrote Herzkirsche fehlen würde. Das geht ja schon mal gar nicht.
Riz Casimir bedeutet also bei uns immer, dass drei Dosen geöffnet werden! Abgründe...

Rezept für 3 Personen
250 bis 300 g Hühnerbrust in Würfel oder Streifen geschnitten
1 Esslöffel mildes Curry-Pulver
1 kleine Schalotte, feinst gewürfelt
4 dl Hühnerbrühe
1 Dessertlöffel Maisstärke, angerührt mit etwas kaltem Wasser
1,5 dl Sahne
Bratbutter
Salz

1 Dose Herzkirschen
1 Dose Pfirsichhälften
1 Dose Ananasscheiben
3 Bananen
1 Handvoll Mandelblättchen
Butter

Reis

Hühnerfleisch in Bratbutter sautieren, mit der Hälfte des Currypulvers bestäuben und das Gewürz ca. 2 Minuten mitbraten. Dann das Fleisch aus der Pfanne heben und warm stellen.
In der gleichen Pfanne die Schalottenwürfel glasig dünsten, mit dem restlichen Currypulver bestreuen, dieses kurz mitdünsten, dann mit der Hühnerbrühe ablöschen. Die angerührte Maisstärke beifügen und die Sauce ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen. Sahne beifügen und mit Salz abschmecken. Zum Schluss das Fleisch in die Sauce geben und gute 15 Minuten in der heissen Sauce ziehen lassen (nicht kochen, nur ganz leise simmern lassen).

In einer Bratpfanne die Mandelplättchen trocken anrösten. Die Bananen schälen, längs halbieren und in Butter bei mittlerer Hitze anbraten, bzw. caramelisieren lassen.

Den Reis kochen und gut ausdampfen lassen. Ich buttere kleine Gugelhupfförmchen aus, drücke den Reis gut in die Förmchen und stürze ihn dann auf einen Teller. In die Mitte kommt das Fleisch mit Sauce, obendrauf die Mandelplättchen, aussen rum wird das Dosenobst nett drapiert, die Bananen angerichtet. Wer mag setzt noch Sahnetupfer in die Gegend der Dosenpfirsiche. Und ganz wichtig: Die Herzkirschen in der Mitte der Ananasscheiben nicht vergessen, sonst gibt es lange Junghühnergesichter.

Freitag, 22. November 2013

Suppenzmittag IV - Zitronengras-Kokossuppe mit Huhn


In der Hühnerküche darf natürlich eine Hühnersuppe nicht fehlen! Beim vierten Suppenzmittag kredenzte ich dem Küken eine Zitronengras-Kokossuppe mit Huhn. Eine fröhlich-bunte Angelegenheit mit viel Gemüse drin. Und zum Dessert ging es grad ebenso bunt weiter - ein Obstsalat war genau das Richtige nach der Suppe.

Rezept für 3 Personen
Zitronengras-Kokossuppe mit Huhn
je eine gelbe und eine orange Karotte
1/2 Zucchini
1/4 von einem Chinakohl
100 g frische Mungosprossen
1/4 von einer kleinen Lauchstange
4 Mini-Maiskölbchen, je nach Grösse gedrittelt oder geviertelt
je 1/2 gelbe und rote Peperoncini, in feine Ringe geschnitten
1 rote Chilischote
1 Knoblauchzehe, klein gehackt
1 Stück Galgant (ca. 3 cm) oder Ingwer, in Kleinstwürfelchen geschnitten
2 Kaffirlimetten-Blätter, in Streifen geschnitten
2 Stengel Zitronengras, in Ringe geschnitten
2 Stengel Koriander
7 dl Hühnerbrühe
3 dl Kokosmilch (ungesüsst natürlich)
Salz
wenig Limettensaft
3 Bio-Hühnerbrüste, in Würfel von ca. 2,5 cm Kantenlänge geschnitten
ein paar Blätter Koriander und das Grün einer Frühlingszwiebel

Hühnerbrühe aufkochen. Ganze Chilischote, Zitronengras und feingeschnittene Kaffirlimettenblätter in eine Gewürzkugel geben und in die Brühe hängen. Alle Gemüse kleinschnibbeln (Stengelchen, Rädchen, Julienne - wie es euch bleliebt) und zusammen mit den Peperoncini, den Korianderstengeln, den Galgantwürfelchen und dem Knoblauch in der Hühnerbrühe auf kleinem Feuer 3 Minuten köcheln. Dann Hitze zurückdrehen und die Hühnerwürfel in die Suppe geben. Diese 20 Minuten in der sehr heissen Suppe, die grad kurz vor dem Siedepunkt ist, gar ziehen lassen. Die Korianderstengel entfernen. Zum Schluss die Kokosmilch einrühren, mit Limettensaft und Salz abschmecken. Nach dem Anrichten ein paar Korianderblättchen und ein paar Röllchen von der Frühlingszwiebel über die Suppe zupfen bzw. streuen.

Obstsalat
Für den Obstalast habe ich ein Viertel von einer Mango kleingewürfelt, eine Mandarine und eine Orange filetiert, eine halbe Banane dazu geschnibbelt, von den Gartentrauben ein paar dazu gezupft und ein paar Granatapfelkerne über den Salat gestreut. Kein Zucker, kein Honig - nix. Der Obstsalat war so grad richtig. 

Dienstag, 12. November 2013

Poulet sauté à l'estragon aus der neuen Hühnerküche


Ihr Lieben - erstmal möchte ich euch ganz herzlich für all die lieben Mails, Anrufe, SMS und WhatsApps in den letzten Wochen danken. Ihr seid echt Zucker. Und ja, ich lebe noch. Aber es hat nun einfach einige Zeit gedauert, bis ich nach dem Umzug meine jetzige Küche soweit eingerichtet hatte, dass ich da drin kochen kann. Zum besseren Verständnis: Hier in der Schweiz ist in einer Mietwohnung oder einem Haus, das man mietet, IMMER eine Küche drin. Hier kauft kein Mensch sich eine Küche, ausser er ist Häusle-Besitzer.
Meine vorherige Hühnerküche war eine Top-Küche. Die jetzige Küche ist von der Grösse her für einen Foodblogger eine mittlere Katastrophe, weil ich null Arbeitsflächen habe. Aber ansonsten hat dieses «neue» Haus (es stammt... ich glaube aus den 50er oder 60er Jahren) viele Vorteile: viel günstigerer Preis als vorher, einen grossen Garten, wo ich künftig genug Platz für Gartenbeete habe, ein Keller mit Naturboden - ideal um Gemüse und Kartoffeln einzulagern, viel näher am Stadtzentrum (der Bäcker ist grad mal 100 Meter entfernt, der Käseladen gleich gegenüber), das Küken hat für die Schule grad mal noch 80 Meter. Die Nachbarn sind super nett, die neue Vermieterin ebenfalls.


Der Umzug ging glatt über die Bühne. Der lange Junghahn hatte seine Kumpels aufgeboten (ich habe Ihnen für nächsten Sommer eine Grillparty an der Emme versprochen), alles kräftige Jungs, die noch nicht rückengeschädigt sind. Die haben Kisten und Möbel geschleppt. Das Küken hatte zwei Freundinnen engagiert (Entschädigung auch eine Grillparty), die geholfen haben, das vorherige Haus piekfein zu putzen. Anmerkung: in der Schweiz gibt man ein Mietobjekt picobello geputzt ab, so dass der neue Mieter in eine einwandfrei saubere Loge einziehen kann.
Meine Freunde hatten vor allem grosse Fahrzeuge, die man beladen konnte. So ging der Umzug flott über die Bühne, um 14 Uhr war die Sache gegessen. Ich hab dem langen Junghahn meine Kreditkarte inkl. PIN in die Hand gedrückt, damit er an der Tanke Bier holen konnte (es war ein wunderschöner, sonniger Herbsttag). Am Schluss sass die Jungmannschaft im neuen Garten mit Bier. Einer von Junghahns Freunden hatte meine alte Westerngitarre entdeckt und ausgepackt. Er fing an zu spielen und zu singen, am Schluss war die schönste Party im neuen Garten im Gange.


Voilà - hier mal ein Blick von der Strasse in meine Hühnerküche. Darf ich drauf aufmerksam machen, dass ich einen Kronleuchter in der Küche habe! Nobel, gell.
Und seht ihr den Gockel auf dem Regal im linken Fensterflügel? Das ist Caruso - das Maskottchen der Hühnerküche. Voilà - hier noch in Grossaufnahme:


Aber jetzt mal zum Rezept für das Poulet sauté à l'estragon. Fotos vom Rest der Küche gibt es dann nach und nach.

Rezept für 3 Personen
350 g Bio-Hühnerbrüste
1 Schalotte, in feine Würfelchen geschnitten
5 Zweige Estragon, davon die Blätter von 2 Zweigen abgezupft und fein geschnitten
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
1,5 dl trockener Weisswein
1,5 dl Hühnerbrühe (selbstgemacht)
2 dl Sahne
1,5 Esslöffel Cognac
1 Kaffeelöffel Mehl
weisser Pfeffer
Salz
Bratbutter

Hühnerbrüste in Würfel schneiden und in einer Sauteuse in heisser Bratbutter sautieren. Aus der Pfanne heben und zugedeckt warm stellen. Schalottenwürfchelchen in der selben Pfanne glasig dünsten. Estragonzweige dazu geben. Alles mit Mehl bestäuben und mit Weisswein ablöschen. Den Wein auf die Hälfte einkochen lassen. Dann die Hühnerbrühe dazu giessen, diese ebenfalls ca. 10 Min. einreduzieren lassen. Die Sauce durch ein Sieb in ein Saucenpfännchen passieren, dann den Cognac beifügen. Jetzt die Sahne dazu geben und die Hühnerwürfel in die Sauce versenken. Die Hühnerwürfel sollten nun bei kleiner Hitze sicher 10 bis 15 Minuten in der heissen Sauce ziehen - auf keinen Fall kochen lassen. Zum Schluss abschmecken mit Salz, weissem Pffer und dann die fein geschnittenen Estragon-Blättchen dazu geben.
Bei uns gab es zum Huhn Nudeln und gedünsteten Lattich.

Mittwoch, 21. August 2013

Nachgekocht: Jamie Olivers Sommerhuhn


Man mag von Jamie Oliver halten, was man will - dieses Rezept hier ist eines meiner Lieblingsrezepte für Hühnerschenkel. Es entspricht genau meiner Vorliebe für einfache, aber raffinierte Alltagsküche, die auch Gästen aufgetischt werden kann. Und liebe Freunde, das beste überhaupt an diesem Rezept ist, ihr braucht keinen einzigen Topf, der Herd wird nicht benutzt, keine Bratenspritzer, zum Abspülen nach den Vorbereitungen gibt es lediglich ein Messer und ein Schneidebrett. Die Vorbereitungszeit beträgt grad mal eine Viertelstunde, da bleibt wunderbar Zeit, sich bei einem Apéro um die Gäste zu kümmern, in der Zeit, schmurgelt die komplette Mahlzeit im Ofen vor sich hin. Und weil die Vorbereitung so fix geht, ist dies ein Rezept für die Kategorie Turbo.


Rezept für 4 Personen
4 Hähnchenschenkel (in Ober- und Unterschenkel getrennt)
4 Tomaten (in Schnitze geschnitten) oder 2 grosse Handvoll Kirschtomaten
1 frische Knoblauchknolle, in ungeschälte Zehen zerteilt
1 Peperoncino, entkernt und in kleine Würfelchen geschnitten
1 Handvoll grosse weisse Bohnen (frisch gekocht oder aus der Dose)
8 bis 12 neue Kartoffeln
5 grosse Stengel Basilikum, Blätter abgezupft, Stengel fein gehackt
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

Die Hähnchenschenkel mit Olivenöl einreiben und rundum salzen. In einer grossen, flachen Form Olivenöl verteilen und die Hähnchenschenkel reinlegen. Die Kartoffeln je nach Grösse halbieren oder dritteln und mit den Knoblauchzehen und den Tomatenschnitzen oder Kirschtomaten zwischen die Hühnerschenkel verteilen. Alles kräftig salzen und pfeffern (die Kartoffeln «fressen» immer soviel Salz), mit Olivenöl beträufeln und in den auf 200 grad vorgeheizten Ofen schieben. Nach 50 Minuten die Bohnen, die Peperoncinowürfelchen sowie die gehackten Basilikumstengel über dem Gericht verteilen und nochmals 10 Minuten in den Ofen schieben. Zum Schluss mit den kleingeschnittenen Basilikumblättern bestreuen.

Jamie Oliver: «Essen ist fertig! Die besten Rezepte für jeden Tag»
Verlag Dorling Kindersley, ISBN-13: 978-3-8310-0729-5

Montag, 4. Februar 2013

Hühnersuppenvariation

Gut, dass ich am Freitag einen Riesenpot Hühnersuppe gekocht habe. Denn seit gestern Abend ist nun der Junghahn auch malade. Heute also eine Variation der Hühnersuppe vom Freitag, statt Kartoffeln habe ich in der Grundbrühe je eine Handvoll Karotten- und Lauchjulienne sowie ein paar feine Nudeln mitgekocht. Fertig ist die Krankenkost.
Das Küken und ich sind beim Perlhühnchen die letzten Tage nur mit Mundschutz ein und aus gegangen. Das hat sich jetzt ausgezahlt - das Küken ist heute quietschfidel und gesund ins Skilager abgereist. Und ich habe nicht mal einen Anflug von Schnupfen. So soll es von mir aus auch bleiben!
Pfefferminz-Thymiantee mit Honig und Zitrone, Vitamin C, Zink und Pelargonium sidoides für die kranken Hühner ;-)

Samstag, 2. Februar 2013

Hühnersuppe für das kranke Perlhühnchen


Erst kratzte der Hals, dann schwollen die Nasenschleimhäute an, innert kürzester Zeit schmerzten sämtliche Glieder und das Fieber stieg über 38 Grad. Das Perlhühnchen liegt flach - krank, verrotzt, mit Kopfschmerzen und allem drum und dran. Ob es nun diese heftige Grippe ist, die derzeit hier wütet - meine Arbeitskollegin hatte es diese Woche auch schon jämmerlich ins Bett gelegt - oder nur ein grippaler Infekt ist, wissen wir nicht. Ich tendiere auf Grippe (in dem Tempo, wie das kam) und betrete das Zimmer nur noch mit Mundschutz. Man mag mich für bescheuert halten, aber ihr kennt mich nicht, wenn ich krank bin - das ist eine Zumutung für alle, ehrlich! Drum ist es besser, ich bleibe gesund. Und damit das Hühnchen auch schnell wieder gesund wird, habe ich gestern Hühnersuppe gekocht. Ich hatte noch so einen Suppenvogel im Gefrierschrank, der endlich weg musste. Also das Teil aufgetaut und fröhlich losgelegt.

Rezept für einen grossen Pot Suppe
1 grosses Suppenhuhn
2 Stangen Lauch
4 grosse Karotten
1 grosses Stück Sellerie
15 schwarze Pfefferkörner
2 Lorbeerblätter
4 Gewürznelken
Ein paar Petersilienstängel
Salz
Wasser

4 Kartoffeln, mehlig kochend
Sahne


Den Hühnervogel innen und aussen gut waschen und trockentupfen. In einem grossen Topf Wasser aufkochen, das Suppenhuhn dazu geben und warten, bis das Wasser fast kocht. Zwei Minuten sieden lassen, Huhn rausnehmen und gut ab- und auswaschen. Wasser aus dem Topf weggiessen und den Topf spülen. Jetzt das Huhn wieder in den Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Lauch putzen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Karotten ungeschält vierteln, Sellerie ebenfalls ein bisschen zerkleinern - auch ungeschält. Die Zwiebel schälen und halbieren. Alle Gemüse und die Petersilienstängel zum Huhn in den Topf geben, Pfefferkörner, Salz, Lorbeer und Gewürznelken dazu. Deckel auf den Topf und die Suppe zum sieden bringen. Achtung, die Suppe sollte nicht kochen wie eine Wäsche, sondern nur vor sich hin simmern.
Wenn sich das Fleisch von den Knochen löst (bei meinem Huhn war das nach ca. einer Stunde), das Huhn aus der Suppe fischen. Die Haut abziehen, das Fleisch von den Knochen lösen und klein schneiden.
Von der Brühe soviel Fett wie möglich abschöpfen. Jetzt habe ich einen Teil von der Brühe in einen zweiten Topf geschöpft, vier grosse Kartoffeln geschält und klein geschnitten in der Brühe gar gekocht. Mit einem Stampfer, die Kartoffeln ein bisschen zerdrücken, Hühnerfleisch dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss einen Schuss Sahne in die Suppe geben und mit gehackter Petersilie und ein paar Frühlingszwiebelröllchen bestreuen.
Wäre ja gelacht, wenn wir das Perlhühnchen nicht wieder auf die Beine bringen.


Die Hühnerknochen habe ich wieder in die restliche Brühe gegeben und nochmals für ca. 1,5 Stunde simmern lassen. Morgen wird entfettet, abgesiebt, geklärt und eingefroren. Hühnerbrühe kann man immer brauchen, gell. Wer weiss, wer als nächstes krank wird.

Der Junghahn moserte gestern beim Mittagessen ungehalten rum: «Du musst jetzt nicht meinen, Du kannst das wie die aus Wien machen. Wenn die ihre Tochter so mit Suppe ärgert, brauchst Du das nicht hier auch zu praktizieren. Es nervt - schon das dritte Mal Suppe diese Woche!» Mit «die aus Wien» meinte er die Frau Ziii.

Samstag, 1. September 2012

Poulet-Involtini mit Krautstiel-Curry-Füllung


Gestern habe ich etwas gebastelt gekocht, darauf wäre ich normalerweise nie gekommen. Die Idee dazu lieferte mir die Tatsache, dass ich jede Woche rund 20 Zugriffe auf diesen Post hier habe. Und zwar wird nach folgendem gegoogelt: Involtini, Poulet, Fleischvögel, Huhn, Rezept. Und immer landen die Leute dann auf meinen Involtini vom letzten März. Letztens kam sogar ein ganzes WeightWatcher-Forum hier vorbei.
So habe ich mir schon vor längerer Zeit überlegt, für all diejenigen, die nach Poulet-Involtini googeln oder eben auch für die WeightWatcherinnen ein schlankes Rezept zu kreieren, damit die auch mal ein Erfolgserlebnis bei der Googlerei haben und nicht immer auf diesen Rinderrouladen landen. Ich find das wahnsinnig nett von mir ;-)
Es gibt also Poulet-Involtini mit Curry-Krautstiel-Füllung auf einer Tomaten-Curry-Sauce, dazu Krautstielblättertätschli und Berberitzen-Reis.

für 3 Personen
Currymischung
1 Teelöffel Koriandersamen
1 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
1 getrocknete Chilischote
1 Teelöffel Fenchelsamen
1 Gewürznelke
1,5 Teelöffel Gelbwurz
wenig Zimt

Alle Gewürze bis und mit Gewürznelke pulverisieren - ich mach das in einer elektrischen Kaffeemühle. Dann das Pulver mit dem Gelbwurz und dem Zimt vermischen.

Involtini
2 Hühnerbrüste
Blätter von ca. 8 Krautstielen, zerkleinert
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Esslöffel Rosinen
2 Teelöffel von der Currymischung
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Die Hühnerbrüste flach auf ein Brett legen, jede Hühnerbrust mit einem sehr scharfen Messer quer in drei dünne Schnitzel schneiden.
Die Schalotte in wenig Bratbutter dünsten, Krautstielblätter dazu geben, kurz dünsten, salzen, pfeffern und wenig Wasser dazu geben. Die Blätter dünsten, bis sie zusammenfallen . in einem Sieb gut abtropfen lassen. Dann die Blätter mit einem scharfen Messer fein hacken. Krautstielblätter, Rosinen und Currymischung in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Auf jedes Hühnerschnitzel ein wenig von der Krautstielmasse geben, Schnitzel aufrollen und mit einem geölten Zahnstocher verschliessen. In Bratbutter in einer Bratpfanne rundum braten. Rausnehmen und warm stellen.

Currysauce
2 grosse Tomaten, gehäutet wie hier beschrieben und in Würfel geschnitten
1 feingehackte Zwiebel
2 Teelöffel Currymischung
Salz, Pfeffer
wenig Bratbutter
wenig Wasser

Zwiebel in Bratbuter andünsten, Currymischung dazu geben und kurz mitbraten. Dann die Tomatenwürfel dazu, solange schmurgeln lassen, bis die Tomate zerfällt.  Jetzt alles mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Involtini in die heisse Sauce geben und ca. 10 Minuten darin ziehen lassen (nicht kochen!).

Krautstieltätschli
Rest der Involtini-Füllung
1 Ei
grobes, selbstgemachtes Paniermehl
Salz, Pfeffer

Zum Rest der Füllung habe ich ein Ei und Paniermehl gegeben, das Ganze mit Salz und Pfeffer wenig nachgewürzt. Dann kleine Tätschli geformt und diese in Paniermehl gewendet und in Bratbutter beidseitig gebraten.

Montag, 30. Januar 2012

Zur Blog-Eröffnung: Coq au vin














Zur Eröffnung des neuen Blogs präsentiere ich Euch ein wildes Hühnerrezept: einen Coq au vin. Wir waren 5 Personen, ich hab zwei Hühnchen genommen - Reste sind auch am nächsten Tag noch lecker.

Rezept für 2 Hühner
2 ganze Hühner, zerteilen in 8 Stücke
6 Karotten
1 Stange Lauch
1 kleines Stück Sellerie
8 Schalotten, geviertelt
2 Lorbeerblätter
1 Esslöffel schwarze Pfefferkörner, im Mörser leicht angestossen
1 Flasche Rotwein - original wäre aus dem Burgund, hatte ich aber nicht, darum wurde es eine Flasche St. Emilion (Bordeaux) Grand Cru mit Jahrgang 2008. War auch nicht übel.
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Hühnerteile in einer grossen Schüssel zur Ruhe betten. Lauch, Karotten und Sellerie in kleine Stücke schneiden, zusammen mit dem Lorbeer und den Pfefferkörnern über die Hühnerteile verteilen. Nun den guten Rotwein dazu giessen, die Hühnerteilchen sollten gut bedeckt sein, die Schüssel zudecken und über Nacht kühl stellen.

Am andern Tag Hüherteile aus der Beize fischen und gut abtrocknen. Beize durch ein Sieb giessen, Sud auffangen.
Jetzt in einer Bratpfanne die Hühnerteile in Bratbutter scharf anbraten, salzen und pfeffern. Huhn in einen grossen Bräter legen, in der Bratpfanne nun auch das Gemüse aus der Beize anbraten, es darf ruhig braun sein, ebenfalls salzen und pfeffern und dann über die Hühnerteile verteilen. Nun in der heissen Bratpfanne den Rotwein aufkochen. Ein paar Minuten gut kochen lassen, dann durch eine feine Stoffserviette oder ein Passiertuch giessen. Den geklärten Wein über das Hänchen giessen, Deckel auf den Bräter und ab in den Ofen mit der ganzen Sache. Da schmurgelt das Huhn dann so 1,5 bis 2 Std. bei ca. 170 Grad und mag es, wenn man es zwischendurch ein bisschen mit dem Weinzeugs übergiesst, so dass alles immer schön mit Wein befeuchtet ist.

Wenn das Huhn gar ist, alle Fleischteile aus der Sauce fischen, Sauche durch ein Sieb giessen. Huhn und die Hälfte des Gemüses wieder zurück in den Bräter. Sauce auf dem Herd aufkochen und um ca. einen Drittel reduzieren lassen. Die andere Hälfte des Gemüses fein pürieren und durch ein Sieb in die Sauce streichen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sauce wieder übers Huhn und den Bräter nochmals für 10 Minuten in den Ofen.

Bei uns gab es dazu Karotten, Pastinaken und Bratkartoffeln. Und natürlich eine zwei Flaschen St. Emilion, den gleichen, in dem das Huhn am Vortag ersäuft wurde.