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Freitag, 30. August 2013

Sommer im Glas - Brombeermarmelade


Pilze hatte ich eigentlich gesucht. Habe ich leider nicht gefunden. Doch, zwei einzelne, traurige Exemplare - einen total von den Schnecken zerfressenen Perlpilz, zweihundert Meter weiter noch einen roten Täubling, keine Ahnung, was für einer das genau war, auf jeden Fall nix für die Pfanne. Was es auch gab und ich in diesem kleinen Wäldchen noch nie gesehen hatte, war das drüsige Springkraut. Ich habe ein paar Pflanzen, die ich am Waldrand gesichtet habe, ausgerissen und mitten auf der Strasse liegen gelasssen. Muss mal morgen den Förster konsultieren. Dieses Gewächs gehört hierzulande ausgerottet.


Ebenfalls gefunden habe ich Brombeeren. Rund 2,5 kg habe ich in einer knappen Stunde gepflückt. Nicht viel, aber immerhin hat es ein paar Marmeladengläser voll gegeben. 


Rezept
1 kg Brombeeren
Saft einer halben Zitrone
1 kg Gelierzucker oder 1,2 kg normalen Zucker

Brombeeren aus dem Wald müssen unbedingt gründlich inspiziert werden. Ich gebe sie jeweils in ein Sieb und überbrause sie gründilich mit kaltem Wasser, lasse sie gut abtropfen und kippe sie anschliessend auf ein Küchentuch. Dort kontrolliere ich sie auf Würmer und sonstiges Ungeziefer. Sind die Beeren in Ordnung  und ungezieferfrei, wäge ich sie ab und koche sie gemäss den Rezeptangaben ein. Zucker, Beeren und Zitronensaft aufkochen, mind. 3 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann siedend heiss in Gläser abfüllen, diese zuschrauben, auf den Kopf stellen, nach 3 bis 5 Minuten zurück drehen und auskühlen lassen.

Montag, 10. September 2012

Von Pilzen und Sammlern

Flockenstieliger Hexenröhrling (Boletus erythropus)

Ich hatte ihn schon mal angekündigt - und hier ist er nun: Der Post übers Pilze sammeln. Da ich wieder einigermassen mobil bin - Krücken stehen zwar noch rum, aber ich kann wieder ohne - bin ich am Wochenende in den Wald gehüpft. Endlich wieder mal! Ich brauche den Wald, um meinen Kopf zu lüften, meine Gedanken zu sortieren, um runterzufahren, abzuschalten. Ich werde häufig gefragt, ob ich keine Angst alleine im Wald habe. Ne, hab ich nicht. Leute, die was Böses wollen, lauern einem nicht im Wald auf, schon gar nicht da, wo ich durchstiefle - das ist denen zu mühselig ;-) Hier also ein paar Grundregeln zum Pilzlen:

Die Grundausstattung
Zum Transport der Pilze benötigt man einen geeigneten Korb, am besten einen mit einer relativ grossen Bodenfläche, damit die druckempfindlichen Pilze nicht allzu arg übereinander gestapelt werden müssen. Plastiktüten sind denkbar ungeeignet, da sie luftundurchlässig sind und die Pilze darin sehr leicht verderben. In meinem Pilzkorb habe ich immer auch zwei kleine, offene, eckige Tupperschüsseln mit dabei. Da kommen die Pilze rein, bei denen ich unsicher bin (in die eine Schüssel) oder gar nicht kenne (in die andere Schüssel). Des weiteren gehört ein Sackmesser zur Ausstattung. Für absolute Anfänger empfiehlt es sich, ein Pilzbestimmungsbuch mitzunehmen. Dazu aber später mehr.

Fichtensteinpilz (Boletus edulis)

Pilze richtig sammeln
Grundsatz 1: Pilze werden nicht abgeschnitten sondern aus dem Boden gedreht
Grundsatz 2: Das Loch im Boden wird sofort zugedeckt, damit das Pilzmyzel nicht austrocknet. Nur so findet ihr an dieser Stelle auch künftig wieder Pilze.
Warum wird der Pilz nicht abgeschnitten? Ich rate euch dringendst, all eure gesammelten Pilze bei einem amtlichen Pilzkontrolleur (in Deutschland kann man dies beim jeweiligen Landratsamt) kontrollieren zu lassen. Für den Pilzkontrolleur ist die Stielbasis extrem wichtig, denn da sind häufig Merkmale zu finden, die eine genaue Bestimmung erst ermöglichen. Wenn ihr die Merkmale wegschneidet, gibt euch der Kontrolleur evtl. einen Pilz gar nicht frei, weil er ihn  unter Umständen gar nicht korrekt bestimmen kann. Jetzt werdet ihr euch fragen, warum ihr denn überhaupt ein Messer mitnehmen sollt. Ich würd mal sagen, als Verteidigung gegen wilde Tiere und so ;-) Ne, im Ernst - damit könnt ihr den Pilz bereits im Wald vom gröbsten Dreck und von Schnecken befreien.

Rotfussröhrling (Boletus chrysenteron)

Wie gehen Anfänger vor
Blutigen Anfängern empfehle ich, zu Beginn mit einem erfahrenen Pilzler mitzugehen. Das Problem liegt meist aber darin, dass der erfahrene Pilzler einem Neuling natürlich seine Jagdgründe nicht preisgeben will. Ich bin diesbezüglich überhaupt nicht schwierig. Mit mir dürfen Anfänger gerne mitkommen. Die Wälder sind gross genug für alle. Und als Pilzler liegt es an mir, dem Anfänger zu zeigen, wie man richtig sammelt. Dazu gehört nämlich auch, dass man nicht flächendeckend abgrast. Pilze vermehren sich über die Sporen, lasst also immer ein paar Exemplare stehen. Alte, angefressene, wurmstichige und ganz junge Exemplare bleiben im Wald. Die jungen, damit sie noch wachsen, die alten, damit sie absporen können.
Eine weitere Möglichkeit für Anfänger sind die zahlreichen Vereine für Pilzkunde. Die bieten häufig auch Kurse für Einsteiger oder Schnupperkurse an.
Und wenn weder der Verein noch ein Pilzlerfreund in Frage kommen, dann gibt es noch Bestimmungsbücher.

Bestimmungsbücher
Es gibt hunderte von Bestimmungsbüchern. Ich gebe hier mal eine Empfehlung für Anfänger ab: Marcel Bon, Pareys Buch der Pilze aus dem Kosmos Verlag. Damit kommt ihr sehr weit. Das Buch ist nicht mit Fotos sondern mit Zeichnungen bebildert. Dies ist insofern besser, als dass man alle Merkmale, die ein Pilz aufweisen kann, in einem Bild festhalten kann. Bei einem Foto ist das nicht möglich.
Wenn ihr Anfänger seid, sammelt bitte nur die Pilze, die ihr mit einem Buch einigermassen gezielt bestimmen könnt. Ich weiss noch, dass ich für meine ersten 500 g selbstgesammelten Pilze gute 5 Stunden gebraucht habe. Ich musste jeden Pilz nachschlagen. Aber ich war dann schon ein bisschen stolz, als mir der Pilzkontrolleur beschied, dass kein einziger Giftpilz und kein einziger ungeniessbarer dabei war. Und ich konnte alle gesammelten Pilze mit Namen nennen.
Achtung: Ein Pilzbestimmungsbuch ersetzt aber den ausgebildeten Kontrolleur nicht!

Was tun, wenn man einen Pilz nicht kennt oder bestimmen kann
Dreht den Pilz vorsichtig aus dem Boden, fasst den Stiel so wenig wie möglich an (Stielmerkmale sind wichtig beim Bestimmen), legt den Pilz in eure Tupperschüssel, die ihr im Korb mitführt und verschliesst das Loch im Boden. Ein ausgewachsenes, gut erhaltenes Exemplar des unbekannten Pilzes reicht dem Pilzkontrolleur in der Regel zur Bestimmung. Unbekannte Pilze werden immer vom übrigen Sammelgut getrennt transportiert. Denn falls der unbekannte Pilz z.B. ein hochgiftiger Knollenblätterpilz sein sollte, dürft ihr den ungiftigen Inhalt des Pilzkorbes trotzdem verzehren. Wenn ihr aber einen ausgereiften Knolli, der bereits absport, in eurem Steinpilzkorb zur Kontrolle bringt, entsorgt euch der Kontrolleur den gesamten Korbinhalt.

Pilzkontrollschein

Pilzkontrolleure
Pilzkontrolleure in der Schweiz sind ausgebildete Fachpersonen, welche die strenge Prüfung der VAPKO (Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane) bestanden haben. Unter diesem Link hier findet ihr eine Liste mit allen offiziellen Pilzkontrollstellen der Schweiz. Und unter dem Link hier findet ihr kantonale Verordnungen wie Schontage und  von den 2 kg abweichende Sammelmengen in einigen Kantonen.
In Deutschland hilft vielleicht auch dieser Link hier weiter, aber auf jeden Fall würde ich beim zuständigen Landratsamt anfragen. Die können einem oft weiterhelfen.
Für Österreich bin ich nicht fündig geworden. Falls jemand da Bescheid weiss, darf er mir dies gerne melden, ich füg es hier dann noch ein.
Nachtrag
Die Hedonistin hat unter den Kommentaren den Link zur Liste der Begutachtungsstellen für Österreich bekannt gegeben. Der Vollständigkeit halber kopiere ich diesen Link hier noch rein.

Was gar nicht geht
- Flächendeckendes Abgrasen von Pilzen
- Alles zu sammeln, ohne ein bisschen eine Ahnung zu haben, was da im Korb landet
- Sammeln in Gruppen von mehr als 5 Personen
- Mehr als 2 kg Sammelgut pro Person (massive Bussen) - ist aber in der Schweiz je nach Kanton auch nur 1 kg, siehe diese Liste hier
- Sammeln von Pilzen in Naturschutzgebieten
- Sammeln von gefährdeten Pilzen

Und zu guter Letzt doch noch eine Plastiktüte
In meinem Rucksack befindet sich immer eine Plastiktüte, wenn ich zum Pilzlen gehe. Da rein kommen nicht Pilze, sondern da sammle ich den Müll, den meine «lieben» Mitmenschen im Wald liegen lassen! Wenn jeder Pilzler gleichzeitig auch noch ein bisschen Müll sammeln würde (bücken muss man sich beim Pilzlen sowieso), täte er noch was Gutes für die Umwelt. Die Ringelnatter und die Frösche auf den nachfolgenden Bildern sowie andere Tiere und Pflanzen danken es euch!


Sonntag, 3. Juni 2012

Frittierte Holunderblüten mit Vanillesauce


Wie jedes Jahr im Frühsommer fängt das Küken bei Beginn der Holunderblüte an zu «stürmen»: «Wann machst Du mal wieder frittierte Holunderblüten...? Können wir nicht heute frittierte Holunderblüten...? Ich spür es schon, Du wartest so lange, bis der Holunder verblüht ist...»
Neinnein, natürlich warte ich nie zu lange. Einmal während der Holunderblüte gibt es die Blütendolden frittiert mit selbstgemachter Vanillesauce. Ein Sonntagsessen!
Aber erst steht natürlich die Fahrt in den Wald an. Gestern sind das Küken und ich bei traumhaftem Wetter mit den Velos losgeradelt. 


Den Holunder riecht man bei Sonnenschein schon von weitem. Süss und schwer hängt der Duft in der Luft.
Wir haben natürlich nicht nur Blüten zum Frittieren gesammelt, sondern weil ich auch noch Sirup machen will. Aber hier erst mal das Rezept für die frittierten Holunderblüten.

Rezept Vanillesauce
6 dl kalte Milch
2 Eier
1 Esslöffel Maisstärke
1 Vanillestange, aufgeschlitzt
3 Esslöffel Zucker

Maisstärke mit der kalten Milch in einem Topf anrühren, alle andern Zutaten dazu geben und unter ständigem Rühren erhitzen. Wenn die Sauce anfängt abzubinden, vom Herd nehmen und die Sauce in eine grosse Schüssel giessen. Schüssel in eiskaltes Wasser stellen und die Sauce unter stetem Rühren runterkühlen. Die Sauce entweder gleich aufbrauchen oder sofort zugedeckt im Kühlschrank unterbringen. In der Sauce sind rohe Eier drin, also sauber und sorgfältig arbeiten und vor allem die Sauce nicht bei Zimmertemperatur aufbewahren!

Rezept Ausbackteig
150 g Mehl
1,5 dl Wasser oder Apfelsaft
1/2 Kaffeelöffel Salz
2 Eigelb
2 Eiweiss zu Schnee geschlagen

Mehl mit dem Wasser oder dem Apfelsaft verrühren, Salz zugeben und die Eigelb einrühren. Den Eischnee vorsichtig unterheben.

Nun eine Holunderblütendolde in den Ausbackteig tunken und in heissem Fett schwimmend ausbacken. Auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Dann mit der Vanillesauce zusammen servieren.