Alles ganz easy also - genau bis zu dem Moment, als ich den heutigen Post vorbereiten, bzw. bei Zorra das Banner holen wollte. Da guck ich auf das Einsendedatum: 15.12.2012! Sch... und ich dachte, der Einsendeschluss sei am 16.12.2012. Vor lauter Achherrjee habe ich grad eine Wechseljahrswallung gekriegt, das Adrenalin schoss einmal vom Hirn in den Magen und wieder in die Höh. Ich sackte vor dem PC zusammen, derweil das Küken in der Küche den zweite Teig in Arbeit hatte. Das Perlhühnchen, das grad vorbeimarschierte, fragte ganz entsetzt: «Was hast Du denn? Weinst du?» Nein, natürlich nicht - schnief! Ich habe bloss das Einsendedatum versemmelt. Ich bin zu spät dran. «Schick doch der lieben Sabine eine Mail, vielleicht nimmt sie Dich trotzdem noch rein!», riet das Perlhühnchen. Also, dem Elsässerli eine Mail geschickt und auf Antwort gewartet. Die kam auch ziemlich zackig: «ENTWARNUNG! NEEEEEIN!!!! Einsendeschluss ist doch 15. Januar, Du Süße!!!»
Wer lesen kann ist also klar im Vorteil! Und drum hier ganz entspannt und gemütlich die beiden Rezepte.
Kougelhopf salé aux lardons
500 g Mehl
21 g Hefe (das ist genau die Hälfte eines Hefewürfels)
50 g Buter
1 Espressolöffel Zucker
2 dl Milch
1 Teelöffel Salz
1 Ei
100 g Speckwürfel
1 Handvoll Walnusshälften
Hefe mit dem Zucker in eine kleine Tasse geben und knapp mit warmem Wasser bedecken. Wenn die Hefe aufgelöst ist, zwei Esslöffel Mehl dazu geben, gut verrühren und ca. 10 Minuten gehen lassen.
Walnüsse grob hacken und in einer Bratpfanne fettfrei kurz rösten. Speckwürfel dazugeben und anziehen. Nuss-Speckmischung beiseite stellen.
Das restliche Mehl in eine Schüssel geben, die Prise Salz, das Ei und die lauwarme Milch beifügen und alles gut von Hand vermischen. Das Ei beifügen und verkneten, dann den Hefevorteig dazu kippen und verkneten. Erst jetzt die zimmerwarme Butter beifügen. Alles auf den Tisch kippen und von Hand mindesten 10 bis 15 Minuten kneten. Und ich sag euch, das ist eine Schweinerei sondergleichen. Das klebt und pappt und schmiert... aber nicht aufgeben. Kneten, kneten, kneten... Gut, wenn ihr jetzt einen netten Menschen an eurer Seite habt, der euch hilft. Der Mensch soll nämlich die Gugelhopfform mit Butter gut ausfetten. Auch ein Geschmiere - aber kein Vergleich zum Teig ;-)
Letztlich noch die Nuss-Speckmischung in den Teig kneten und den Teig versuchen in eine längliche Form, sprich einen Strang zu bringen. Dann mit beherztem Schwung in die Gugelhopfform schmeissen, ein bisschen zurecht rücken, mit Klarsichtfolie bedecken und an einen warmen Ort stellen. Ich habe die wärmeste Stelle der Bodenheizung in meinem Wohnzimmer gesucht. Quasi direkt unter dem Adventskranz, und die Form dort auf den Fussboden platziert. Ca. 1 Stunde - dann hatte der Teig die Form gefüllt und durfte in den Ofen. Zuerst bei 220 Grad ca. 7 Minuten, dann Hitze reduzieren auf 180 Grad noch weitere 25 Minuten backen. Rausnehmen und auf ein Kuchengitter stürzen. Die Oberfläche habe ich nun mit einem Eigelb, das ich mit einem Spritzer Sahne verrührt hatte, bestrichen, ein paar Walnusskerne drauf gesetzt und nochmals für 7 Minuten in den Ofen geschoben.
Kougelhopf sucré (Elsässischer Kougelhopf)
500 g Mehl
75 g Zucker
eine Prise Salz
180 g zimmerwarme Butter
2 Eier
ca. 1/4 l Milch
21 g Hefe (entspricht genau einem halben Hefewürfel)
75 g Rosinen
Kirsch
Puderzucker
Die Rosinen mit einem Schluck Kirschwasser einweichen. Hefe mit eine Kaffeelöffel Zucker und wenig warmer Milch auflösen, zwei Esslöffel Mehl dazu geben und gut verrühren. Das restliche Mehl in eine Schüssel geben, die Prise Salz, den restlichen Zucker, die Eier und die lauwarme Milch beifügen und alles gut von Hand vermischen. Dann den Hefevorteig dazu kippen und verkneten. Dann die zimmerwarme Butter in vier Portionen aufgeteilt dazu geben und verkneten. Also das ist ja vielleicht ein Geschmiere. Freut euch beim Kneten. Ich weiss ja nicht, wie die gewöhnliche Elsässerin das macht, aber meine Küche sah vielleicht aus... Ganz zum Schluss die eingeweichten Rosinen auch noch in den Teig wirken. Das Kirschwasser würde ich nicht dazu kippen, sonst pappt der Teig noch mehr. Kann man trinken wegkippen ;-)
Aus dem Teig versuchen, einen Strang zu formen. Diesen in eine ausgebutterte Gugelhopfform legen und zugedeckt ca. 1 bis 1,5 Stunden gehen lassen (ums Doppelte aufgehen lassen). Achja, in die Form könnte man unten noch in jede Rille eine ganze Mandel legen. Hab ich nicht gemacht. Backen bei 200 Grad ca. 45 bis 50 Minuten. Aus der Form auf ein Kuchengitter stürzen und auskühlen lassen. Dann mit Puderzucker bestäuben.
Voilà Elsässerli, mit ganz viel Liebe gebacken - extra für Dich!

