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Freitag, 14. Dezember 2012

Krautstielküchlein mit Gersten-Sellerie-Granatapfel-Salat


Und schon wieder Ottolenghi - Freunde, da müsst dürft ihr jetzt einfach durch. ;-) Die Krautstielküchlein mit Gersten-Sellerie-Granatapfelsalat gab es für unsere Freunde letzten Samstag Abend bereits. Das Foto wurde - ihr ahnt es - übelst. Also musste das Gericht an einem Mittag nochmals auf den Tisch. Gestern war gleich die Gelegenheit dazu, denn ich hatte Besuch einer lieben Leserin meines Blogs, die aber selber keinen Blog führt. Nachdem ich sie vormittags mit auf den Gemüsemarkt geschleppt hatte, durfte sie dann zuhause in der Küche gleich Gemüse schnippeln, dazu kann man wunderbar ratschen. Und zum Schluss erlebte sie hautnah den Akt des Fotografierens. Das kalte Essen habe ich dann gegessen - sie und der Hühnerhof erhielten eine warme Mahlzeit. ;-)

Rezept für 5 Personen
Krautstielküchlein
1,2 kg Krautstiele
80 g Pinienkerne
200 g Kaschkawal (gibts hier nicht, deshalb bei mir Pecorino Canestrato)
2 Eier
80 g Paniermehl selbstgemacht
Salz, schwarzer Pfeffer

Die Krautstiele teilen in Blätter und Stiele. Stiele in kleine Stückchen schneiden, Blätter kleinschneiden. Stiele in Salzwasser ca. 4 Minuten kochen, dann die kleingeschnittenen Blätter zugeben und weitere 2 bis 3 Minuten kochen. Abgiessen und eiskalt abschrecken. Gut abtropfen lassen. Dann die Krautstiele von Hand gut auspressen. Das Gemüse sollte so trocken wie möglich sein. Gemüse in eine Schüssel füllen.
In einer Bratpfanne die Pinienkerne trocken leicht anrösten. Pinienkerne, Eier, grob geriebenem Pecorino, Paniermehl, Salz und Pfeffer mit dem Gemüse vermischen. Mit einem Glaceportionierer Kugeln aus der Gemüsemasse portionieren, diese in eine beschichtete Bratpfanne mit Olivenöl geben, flach drücken (ca. 1,5 bis 2 cm) und beidseitig braten.

Rezept für 5 Personen
Rollgerste-Granatapfelsalat mit Stangensellerie
250 g Rollgerste (Graupen)
8 Stangen Sellerie (Blätter abgezupft)
Sherry-Essig (ich: Emmentaler Himbeeressig)
Olivenöl
2 Knoblauchzehen
Piment d'Espelette
Salz, schwarer Pfeffer
frischer, gehackter Dill
frische, gehackte Petersilie
Granatapfelkerne von 1 grossen oder 2 kleinen Granatäpfeln

Gerste in einem grossen Topf auf kleinem Feuer ca. 20 Minuten in Salzwasser köcheln lasseen. Stangensellerie klein schneiden. Gerste abgiessen und noch heiss mit dem Stangensellerie, mit Essig, Öl, gepresstem Knoblauch, Piment, Salz und Pfeffer vermischen und auskühlen lassen. Zum Schluss gehackten Dill und Petersilie sowie die Granatapfelkerne untermischen.


Zu den Küchlein gab es eine Joghurt-Sauce. Dafür habe ich einen Becher griechischen Natur-Joghurt mit 1 Esslöffel Dijon-Senf, Salz, schwarzem Pfeffer und einer Handvoll gehackter Petersilie vermischt.

Montag, 10. Dezember 2012

Lauchtätschli nach Ottolenghi mit Feta-Joghurt


Nach Kochbuch kochen ist ja eher so ein bisschen eine schwierige Sache bei mir. Ich halte mich nicht gerne an Rezepte und finde es eher mühselig, während des Kochens ständig ins Kochbuch zu linsen. Diese Abneigung hat neuerdings vor allem auch damit zu tun, dass ich nun in einem Alter bin, in dem sich zu meiner Kurzsichtigkeit auch noch eine Altersweitsichtigkeit dazu gesellt. Und da der Unterschied zwischen Kurz- und Weitsichtigkeit recht gross ist (6 Dioptrien), hat sich das mit der Gleitsichtbrille bei mir auch erledigt. Ich bin damit überhaupt nicht klar gekommen. Also habe ich nun eine Brille für die Ferne, eine zweite für die Nähe, das heisst, wenn ich etwas lesen will, muss ich immer Brille wechseln. In der Küche grad gar nicht gäbig.
Nichts destotrotz habe ich in der letzten Zeit angefangen, vermehrt nach Kochbuch zu kochen, vor allem nach Vegi-Kochbüchern. Eins davon ist «Genussvoll vegetarisch» von Yotam Ottolenghi - auf den bin ich durch Heike gekommen, die sich sein neustes Werk «Jerusalem» angeschafft hatte. Und da in unserem Freundeskreis einige Leute fleischlos glücklich sind, ist es auch ganz nett, sich mal ein bisschen neue Vegi-Rezepte anzueignen.
Letztens gab es Lauchtätschli, bei Ottolenghi Lauchpuffer genannt, nach dem Rezept von Ottolenghis Tante Yona Ashkenazi. Bei Ottolenghi gibt es dazu ein Kräuterdip, bei mir Feta-Joghurt, Blattspinat und Belugalinsen.

Für 4 Personen
3 Stangen Lauch (geputzt ca. 500 g)
5 Schalotten, fein gehackt
150 g Olivenöl (da habe ich deutlich weniger genommen)
1 rote Chilischote (ich 1 Peperoncino), ohne Kerne, in Streifen geschnitten
25 g Petersilie, fein gehackt (ich eine gute Handvoll - sowas wäge ich einfach nicht ab)
3/4 Teelöffel gemahlener Koriander
1 Teelöffel Kreuzkümmel
2 Prisen Kurkuma
2 Prisen gemahlener Zimt
1 Teelöffel Zucker (ich 1/2 Teelöffel  und das nächste Mal lass ich ihn gleich ganz weg)
Salz
1 Eiweiss
120 g Weizenmehl (ich Dinkel)
1 leicht gehäufter Esslöffel Backpulver (ich 1 gehäufter Teelöffel)
1 Ei
150 ml Milch
50 g Butter, geschmolzen

1 Becher griechischer Naturjoghurt (180 g)
200 g Feta
Schwarzer Pfeffer
wenig Olivenöl

Für den Feta-Joghurt den Feta mit dem Joghurt pürieren, mit viel schwarzem, grob gemahlenem Pfeffer und einem guten Olivenöl abschmecken.
Lauch putzen, in Ringe schneiden. Lauch und Schalotten in Olivenöl dünsten, bis das Gemüse weich ist, Chili, Petersilie und die Gewürze sowie Salz zugeben, alles vermischen und etwas auskühlen lassen. Das Eiweiss zu Schnee schlagen und im Buch steht, dieses unter die ausgekühlte Gemüsemischung ziehen. Störrisch, wie ich bin, habe ich das nicht so gemacht. Sondern so: In einer Schüssel die Milch, die flüssige Butter und das ganze Ei zusammen verrühren. Backpulver mit dem Mehl vermischen und zur Flüssigkeit geben. Jetzt das geschlagene Eiweiss unter den Teig heben und zum Schluss das ausgekühlte Gemüse beifügen.
In einer Bratpfanne etwas Olivenöl erhitzen, kleine Gemüse-Teig-Häufchen in die Pfanne geben und beidseitig goldbraun backen. Ich nehm dazu immer einen Glaceportionierer, das ergibt grad die richtige Menge für einen Puffer/ein Tätschli. Bei mir hat die Teigmenge 16 Tätschli ergeben - mit den Beilagen wie Spinat und Linsen mengenmässig grad an der oberen Grenze.

«Genussvoll vegetarisch» Yotam Ottolenghi, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-1843-7