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Dienstag, 13. Januar 2015

Die Leichtigkeit des Seins - gebratener Radicchio Trevisano mit Parmesan



Das Jahr ist noch jung und unverdorben. Wir sind gemütlich reingerutscht ohne grosse Party, rauschende Feste, viele Gäste und so. Ausgewählte Freunde im kleinen Rahmen bekocht, Tage auf dem Sofa mit Lesen verbracht, Scrabble gespielt, zum Essen eingeladen worden, spazieren gegangen, Glühwein getrunken usw.
Und nun arbeiten wir wieder, der Alltag hat uns zwar im Griff - und trotzdem versuche ich mir ein bisschen von der Gelassenheit und Ruhe der Zeit zwischen den Jahren zu bewahren. Dazu gehört auch weniger Aufwand in der Küche und am PC, mehr Zeit für anderes, auch wichtiges. Z.B. wieder mehr Bücher lesen. Oder wertvolle Zeit mit dem Küken verbringen. Mit dem Junghahn spannende politische Diskussionen führen. Neue Gegenden erkunden und fotografieren. In Gedanken den Garten für die kommende Saison planen. Die neu gewonnene Lebensqualität geniessen, die Angst vor Schmerzattacken endlich los zu sein, wieder etwas planen können, ohne immer zu befürchten, dass mein Rücken mir einen Strich durch die Pläne macht. Das macht Freude, wirklich Freude. So langsam finde ich ins Leben zurück und bin dankbar dafür, dass ich endlich wieder so kann, wie ich möchte und nicht fremdbestimmt werde durch Schmerzen.

Die heutige Vorspeise steht ganz im Zeichen dieser Leichtigkeit, dieser Gelassenheit, weil sie mit wenig Aufwand viel hermacht.

Rezept für 2 Personen
2 Stangen Radicchio Trevisano
Olivenöl
Aceto Balsamico
Salz, Pfeffer
Parmesan
fein geschnittene glattblättrige Petersilie

In einer Grillpfanne wenig Olivenöl erhitzen. Radicchio längs halbieren und alle vier Hälften in der Grillpfanne erst auf der Schnittseite braten, dann wenden und auf der andern Seite ebenfalls anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit Balsamico ablöschen. Deckel auf die Pfanne auflegen und den Radicchio knappe 4 bis 5 Minuten schmoren, bis er gar ist und der Balsamico sirupartig eingekocht ist.
Auf einen Teller anrichten, mit dem Sparschäler Parmesan über den Radicchio hobeln und mit fein geschnittener Petersilie bestreuen. Eine Umdrehung grob gemahlenen schwarzen Pfeffer drüber streuen. Wer mag, zieht noch einen Faden bestes Olivenöl drüber.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Herbst-Apéro - Ziegenkäse-Crostini mit westfälischem Knochenschinken, Feigen und Zwiebelconfit


Dass ich dieses Jahr kaum was verbloggt habe, hatte gesundheitliche Gründe. Die geneigte Leserin (Leser sind da mit eingeschlossen) weiss, mein Rücken... Etwas musste geschehen, ich lag ja alle drei Wochen für zehn bis vierzehn Tage flach. Ärzte, Physio, Schmerztabletten, Chiropraktik, Morphium, Massagen, Schmerztabletten, heisse Bäder etc...
Ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer einzigartigen Schmerzklinik brachte endlich Linderung in das über 30jährige Leiden. Unter anderem hatte man mir Sport verschrieben. Über die Stockenten, bzw. die mittelalterlichen Damen beim NordicWalking, habe ich noch vor einem Dreivierteljahr leicht abschätzig gegrinst. Jetzt gehöre ich dazu, das blöde Grinsen ist mir vergangen... ;-)
Denn mit einer lieben Freundin stöckle ich täglich im Morgengrauen über die Feldwege - ärztlich verschrieben sozusagen. Stöckle ich auch nur einen oder zwei Tage nicht, muss ich leiden. Phuuuu, manchmal muss ich den innerlichen Sauhund schon arg prügeln... noch vor 6 Uhr morgens in die Sportlatschen ist irgendwie nicht so das, was der Mensch sich wünscht. Vor allem nicht, wenn es im Bett kuschlig warm und draussen zappenduster und a...kalt ist.
So, aber nun genug der Erklärung, warum und weshalb ich so lange nix verbloggt habe. Mir geht es wesentlich besser. Jetzt muss ich mir nur noch den Ruck geben, wieder in die Bloggerei zurückzufinden. Hier mal ein kleiner Versuch.
Diese herbstlichen Crostini hatte ich letztens bereits Freunden kredenzt, dann kamen sie bei des Junghahns Purzeltag aufs Brunchbuffet, vor zehn Tagen durften sich meine Herrenkochkurs-Teilnehmer daran erfreuen und letzten Freitag haben das Küken und ich uns auch wieder daran gelabt.
Crostini
1 Frischback-Baguette
75 g Ziegenfrischkäse (z.B. Chavroux) oder Kuhmilch-Frischkäse (z.B. Philadelphia)
4 hauchdünne Tranchen westfälischer Knochenschinken
4 kleine Feigen
grob gemahlener schwarzer Pfeffer

Zwiebelconfit (Rezept siehe unten)

Ofen auf 220 Grad vorheizen. Baguette in Scheiben schneiden. Die Scheiben auf ein Backofengitter legen und in der Ofenmitte 5 bis 7 Minuten backen. Achtung: Crostini unter Kontrolle halten, der Weg vom Crostini zum Kohlestück ist sehr kurz.
Jede Crostinischeibe mit Ziegen- oder Kuhmilch-Frischkäse bestreichen (je nach Geschmack), auf die eine Hälfte ein Stückchen Knochenschinken drapieren, auf die andere Hälfte eine Scheibe Feige legen.
Mit einem Espressolöffel wenig Zwiebelconfit auf den Schinken geben und das Crostini mit grob gemahlenem Pfeffer bestreuen.


Zwiebelconfit
2 grosse, rote Zwiebeln
2 grosse, weisse Zwiebeln
50 g Rohzucker
2 Kaffeelöffel gelbe Senfkörner
1 Kaffeelöffel Korianderkörner
1 Zweig Rosmarin
1 Lorbeerblatt
Salz
Schwarzer Pfeffer
1 dl Balsamico-Rotweingemisch
Bratbutter

Zwiebeln schälen, vierteln und in feine Viertelringe schneiden. In einer Sauteuse oder einem Topf die Bratbutter auslassen. Zwiebeln reingeben und leicht anbraten, dann die Senfkörner, die Korianderkörner und den Zucker dazu geben. Wenn der Zucker leicht caramelisiert, mit der Hälfte des Balsamico-Rotweingemischs ablöschen. Rosmarin, Lorbeer, Salz und ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle dazu geben. Das Ganze bei kleiner Hitze köcheln lassen, ab und an umrühren. Wenn die Flüssigkeit verdampft ist, den Rest Balsamico-Rotweingemisch beifügen und diese ebenfalls einkochen lassen. Zum Schluss noch mit einem kleinen Spritzer Balsamico und Salz abschmecken. Die Konsistenz sollte zähflüssig-dick sein.
Zum Aufbewahren kann man das Confit sehr heiss randvoll in sehr saubere Gläser abfüllen, Deckel aufschrauben und die Gläster 3 Minuten auf den Kopf stellen. Hält sich im Keller mind. zwei Jahre. Geöffnete Gläser im Kühlschrank aufbewahren.

Und hier noch zwei/drei Impressionen aus Westfalen, wo ich unlängst im Urlaub war. Bezüglich Schweine, die dort ja frei rumlaufen, z.B. das berühmtberüchtigte Bentheimer Landschwein... da habe ich mich belehren lassen, dass Schweine kälteempfindlich sind. Deshalb waren die auch nicht draussen, als ich dort war. Aber ein kleines Schnuckel-Schweinchen habe ich gesehen. Das lief an der Leine. Das war auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen. Dort, wo ich eigentlich nur Pferde vermutet hatte... ;-)

Schwein und Hund auf der Trabrennbahn in Gelsenkrichen

Naja, und dann haben wir noch ein bisschen gewettet. Mit dem, was wir gewonnen haben, waren wir lecker Essen.

Trabrennbahn Gelsenkirchen

Kleiner Gewinn... aber immerhin

Und demnächst geht es hier weiter, mit Impressionen aus Westfalen bzw. dem  Ruhrpott und dem Münsterland. Gebt mir ein bisschen Zeit, wieder Fuss zu fassen. Merci :-)

Sonntag, 15. September 2013

Feige mit Ziegenfrischkäse, caramelisierten Kernen und Nüssen


So gerne ich ja den Sommer von den Temperaturen und vom Wetter her mag, so sehr liebe ich den Herbst was das Kulinarische betrifft. Ich mag den Wechsel von Sommersalaten wie Kopfsalat und Eichblatt zu Herbstsalaten wie Endivie und Feldsalat. Herbstgemüse wie Rotkohl, Randen und Pfälzer Rüebli lassen mein Herz höher schlagen. Und auch beim Obst ist der Herbst ganz auf meiner Wellenlänge: Trauben, Zwetschgen und Feigen.
Das Küken entdeckte gestern beim einkaufen wunderschöne Feigen. Und wer das Küken kennt, weiss, dass man ihrem bittenden Blick kaum was ausschlagen kann. Wenn sie einen mit ihren grossen braunen Augen anschaut und sagt: «Oooch büüütte Mam, Du weisst doch, wie sehr ich Feigen liebe...!», dann ist es meist um einen geschehen. ;-)
Mit dem Bitten ist das ja so eine Sache, gell. Ich gebe ja nicht einfach so jedesmal nach, wenn meine Kids mich um was bitten. Aber es gibt da immer ein paar Punkte, die ich mir überlege:
- Habe ich oder sonst jemand etwas davon wenn ich nein sage?
- Muss jemand leiden, wenn ich ja sage?
- Ist es ein ökologischer Blödsinn (z.B. Spargel an Weihnachten)?
- Ist der Zeitpunkt gut oder schlecht gewählt (z.B. ein Riegel kurz vor dem Mittagessen)
- Fällt mir ein Zacken aus der Krone, wenn ich jetzt ja sage?
- Wenn ich jetzt nein sage, kann ich dieses Nein begründen oder geht es nur darum, Macht zu demonstrieren?

Lange Rede, kurzer Sinn - wir haben die Feigen gekauft. Und auch noch ein bisschen Ziegenfrischkäse. Und abends haben wir uns eine nette Vorspeise gebastelt.

Rezept für 2 Personen
2 grosse Feigen
2 gehäufte Kaffeelöffel Ziegenfrischkäse
Thymianhonig (habe ich aus der Provence)
1 Zweig Rosmarin
Pfeffer

Nuss-/Kernemischung
Seesamsaat
Sonnenblumenkerne
Macadamia-Nüsse, in Scheiben geschnitten
Haselnüsse, in Scheiben geschnitten
Walnüsse, grob gehackt
Pinienkerne
Cashewkerne,halbiert
2 Esslöffel Honig
Fleur de Sel

Kerne und Nüsse in einer Bratpfanne trocken anrösten. Wenn die Nüsse und Kerne duften und langsam bräunen, den Honig darüber ziehen und gut mit den Nüssen und Kernen vermischen. Leicht caramelisieren lassen, dann vom Herd ziehen und mit Fleur de Sel bestreuen. Die Mischung sofort auf ein Backpapier geben und flach verteilen. Auskühlen lassen und mit einem Messer in Stücke hacken.
Die Feigen mit einem Messer kreuzweise einschneiden (nicht ganz durchschneiden. In ein Muffinförmchen ein Stück Backpapier legen, die Feige auf das Papier ins Förmchen setzen und ein bisschen auseinander drücken. Den Zigenfrischkäse in die Mitte der Feige geben. Den Rosmarin fein hacken, über den Käse geben und über das Ganze schwarzen Pfeffer grob drüber mahlen. Mit Honig beträufeln und die Feigen bei 220 Grad ca. 10 bis 15 Minuten backen bis der Käse anfängt zu bräunen.
Zum Anrichten die Feigen mit zwei Löffeln vorsichtig aus den Förmchen holen (aufpassen, dass sie nicht auseinander fallen) und auf einen Teller setzen. Mit den gehackten, caramelisierten Nüssen bestreuen.
Und dann zufrieden sehen, wie das Küken sich glücklich über die Feige hermacht.

Sonntag, 13. Januar 2013

Riesencrevette auf Safranschaum


Mit wie wenig Aufwand man Gäste beeindrucken kann, ist schon beeindruckend ;-). Die Riesencrevette auf Safranschaum gab praktisch nichts zu tun und war ein schöner Zwischengang beim 5-Gänger, den wir gestern unseren Freunden serviert haben.

Für 6 Personen
Riesencrevette
6 Riesencrevetten (geschält und Darm entfernt)
Salz, Pfeffer
1/4 von einem roten Peperoncino, fein gehackt
wenig Petersilie, gehackt
wenig Olivenöl

Safranschaum
1 dl trockener Weisswein (Ich: Yvorne)
1 Schalotte, fein gewürfelt
1 kleines Lorbeerblatt
10 schwarze Pfefferkörner
Salz
1 Prise Safranfäden
1 dl Milch
0,5 dl Sahne

Den Weisswein in einen kleinen Topf geben, Schalotte, Lorbeer und Pfefferkörner beifügen und aufkochen. Den Sud einreduzieren auf ca. 1 Esslöffel, die letzten 5 Minuten den Safran dazu geben. Durch ein Sieb giessen. Den Esslöffel Sud mit der Sahne verrühren und salzen. Dann die Milch dazu geben. Ich hab die Sauce in einen kleinen Metalbecher gegeben und mit der Dampfdüse der Kaffeemaschine erhitzt, bzw. aufgeschäumt.
Riesencrevette in Olivenöl sanft anbraten, salzen und pfeffern, zum Schluss den gehackten Peperoncino und die Petersilie beifügen.
Ein Klecks Safranschaum auf einen vorgewärmten Teller geben und die gebratene Crevette drauf setzen.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Farbiger Rotkohlsalat gegen Wintertristesse


Ich mag den Winter nicht, das ist hinlänglich bekannt. Ich mag keine dunklen, langen Nächte, mir fehlt das Licht, die Sonne. Und kalt mag ich es auch nicht, noch schlimmer, wenn es feucht-kalt ist;  das ist für meinen Rücken absolutes Gift. Ab Januar jammere ich nur noch rum, dass ich jetzt endlich wieder frisches Grünzeugs auf dem Teller haben will.   Leider sind Bärlauch und Co. noch nicht soweit und kurzum soll noch die «russische Kältepeitsche» über uns hereinbrechen, prophezeite letzhin unsere Freundin M. Da kam mir dieser fröhlich bunte Krautsalat mit caramelisierten Nüssen von Ottolenghi grad recht gegen die Wintertristesse. Bisschen Farbe auf dem Teller kann nie schaden.
Im Originalrezept kommen da Macadamianüsse rein und im Dressing wäre Sesamöl aus geröstetem Sesam - beides hatte ich nicht. Statt nur Macadamianüsse habe ich deshalb eine Nuss-/Kernemischung gemacht aus Walnüssen, Haselnüssen, Cashewkernen sowie Sesam und Sonnenblumenkernen. Das ist eine Mischung, die ich so auch oft für einen Winter-Blattsalat benutze.

Rezept für 5 Personen als Vorspeise
150 g Nussmischung aus Walnusskernen, in Scheiben geschnittenen Haselnüssen, Cashewkernen, Sesam und Sonnenblumenkern (O: Macadamianüsse)
10 g Butter
2 Esslöffel Zucker
1/2 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
7 hellgrüne Blätter eines Wirsings
1/2 Rotkohl, mittelgross
1 Mango
1 Papaya
1 Peperoncino (O: Chilischote)
je eine Handvoll gehackte Minze und Petersilie (O: Koriander statt Petersilie)

Dressing
100 ml Limettensaft
1 Stängel Zitronengras, in feine Ringe geschnitten
3 Esslöffel Ahornsirup
1 Teelöffel Sojasauce
2 Prisen Chiliflocken
2 Esslöffel Walnussöl (O: Sesamöl aus geröstetem Sesam)
4 Esslöffel mildes Olivenöl

Für das Dressing alle Zutaten bis und mit Chiliflocken in einem kleinen Topf aufkochen und dann sirupartig einkochen lassen. Dann etwas auskühlen lassen, durch ein Sieb giessen und mit dem Öl verrühren. Ich fand das Dressing so zu fad und hab noch nachgesalzen und ein bisschen Sojasauce dazu gegeben.
Nun die Nussmischung caramelisieren. Dazu alle Nüsse und Kerne in einer Bratpfanne trocken anrösten, bis der Sesam lustig hüpft und springt. Dann die Butter dazu geben, wenn sie geschmolzen ist, Zucker und Salz beifügen. Mit einer Holzkeller während des Caramelisierens gut umrühren, damit alle Nüsse mit dem Zucker überzogen werden. Gell, ihr macht keinen Schritt vom Herd weg - ihr wisst, eine Sekunde nicht aufgepasst, schon ist die ganze Geschichte bitter. Also sobald der Zucker bernsteinfarben wird, weg vom Herd. Die Nuss-Caramel-Mischung auf ein Backpapier kippen und flach drauf verteilen. So auskühlen lassen, bevor ihr davon nascht. Ähm, ich habe jetzt noch eine Brandblase am Gaumen, weil ich das Naschen nicht sein lassen konnte.
Nun den Rotkohl fein hobeln und mit dem ausgekühlten Dressing vermengen, dazu ein bisschen durchkneten. Wirsing und Mango in feine Streifen schneiden, die Papaya habe ich gewürfelt. Ein Teil des Peperoncinos in feine Ringe, den Rest in Brunoise schneiden. Minze und Petersilie hacken. Alle Zutaten mit dem Rotkohl vermischen.
Die ausgekühlten Nüsse grob hacken oder von Hand zerkleinern. Salat anrichten und mit den Nüssen bestreuen.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Birnen-Ziegenkäse-Crostini


Im Kochbuch «Genussvoll vegetarisch» von Yotam Ottolenghi fand ich diese Birnen-Ziegenfrischkäse-Crostini. Flugs mussten die nachgebaut werden. Ich weiss ja nicht - also entweder sind mein Hühnerstall und meine Freunde so richtig verfressen oder Ottolenghi hat sich bei dem Rezept total vertan. Gemäss Rezeptangaben soll die Menge für 4 hungrige Mäuler reichen. Sorry, mein Lieber - aber mein hungriger Hühnerstall würde bei der Menge glatt verhungern. Ich gebe das Rezept 1:1 wieder, bei uns war das eine Vorspeise für 5 Personen.

Vorspeise für 5 Personen
30 g Pinienkerne
5 Esslöffel Olivenöl
1 Knoblauchzehe, geschält
Salz, schwarzer Pfeffer
4 grosse Scheiben Sauerteigbrot (ich 10 Baguettescheiben)
3 halbreife Birnen
2 Teelöffel Zucker (ich 2 Teelöffel Honig)
2 Teelöffel Zitronensaft
120 g Ziegenfrischkäse
Kerbelblätter zum Garnieren (hatte ich nicht)

Backofen auf 220 Grad vorheizen. Pinienkerne mit dem Olivenöl, der Knoblauchzehe sowie Salz und Pfeffer mit dem Stabmixer pürieren. Die Brotscheiben mit der Pinienkernpaste bestreichen für ca. 10 Minuten in den Ofen schieben.
Die Birnen schälen (macht Ottolenghi nicht), in Schnitze schneiden und in eine Schüssel geben. Mit Honig, und Zitronensaft marinieren. Anschliessend in einer Grillpfanne kurz beidseitig anbraten. Die Brotscheiben mit den gebratenen Birnenschnitzen belegen, ein paar Kleckser Ziegenfrischkäse dazwischen verteilen. Die Crostini nochmals für ca. 4 Minuten in den Ofen schieben, bis der Käse leicht schmilzt. Mit Kerbelblätter - so man denn hat - garnieren und servieren.

Samstag, 1. Dezember 2012

Gegrillte Aubergine


Das Jahr ist fast um, das Farbenkochbuch von Uwe fast fertig. Nun fehlt noch der letzte Monat mit der Unfarbe Schwarz. In weiser Voraussicht habe ich bereits im Sommer für den Winter vorgesorgt. Da ich Saisonküche betreibe, musste ich die Aubergine im Sommer kochen - naja, kochen ist ein bisschen übertrieben - weil mir im Winter keine Auberginen auf den Tisch kommen. Da bin ich altmodisch ;-)
Das heutige Rezept gibt nichts, aber auch gar nichts zu tun. Nicht mal eine dreckige Pfanne gibt es zum abspülen.

Pro Person
1 längliche Aubergine
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
frischer Oregano
Balsamico, Olivenöl

Aubergine waschen. Auf ein Kuchenblech eine Backfolie oder ein Stück Alufolie legen, Aubergine drauf, mit einem spitzen Messer ein paar Löcher in die Aubergine stechen. Blech in Ofen schieben und die Aubergine bei 180 Grad ca. 40 bis 60 Min. im Ofen garen. Auberginen auskühlen lassen, auf einen Teller legen, fächerförmig aufschneiden und ein bisschen auseinander drücken. Salz und Pfeffer drüberstreuen und mit Balsamico und Olivenöl beträufeln. Die abgezupften Oreganoblättchen auf der Aubergine verteilen. 
Für mich die schönste Art, eine Aubergine zu essen.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Freitag, 16. November 2012

Röstikörbchen mit Rauchlachs


Rösti können nur wir Schweizer. Ha, von wegen! Auch Deutsche können Rösti. Und zwar noch viel kreativer als wir. Ängstlich, dass sie dabei was falsch macht, hat Magentratzerl die Kartoffeln nicht in der Bratpfanne klassisch gebraten, sondern in kleine Muffinförmchen gedrückt und in den Ofen geschoben. Das hat mir sehr gefallen. Dirk hatte dann in einem Kommentar die Idee, den Rand ein bisschen hochzuziehen und daraus Körbchen zu machen, die man füllen kann. Sybille hat gestern ein bisschen rumgedreckelt und feine Schweinereien in den Körbchen mitgebraten. Und ich wollte auch gefüllte Röstikörbchen, aber nicht mit warmer, sondern mit kalter Füllung - mit Rauchlachs und Crème fraîche. Pro Person habe ich drei Körbchen gerechnet, mit einer kleinen Suppe vornweg und einem Salat als Beilage hat das alle satt gemacht. Die Körbchen werden genau auf die Art die Vorspeise zum Weihnachts- oder Silvestermenü.

Für 4 Personen (ergibt 12 Körbchen)
4 mittelgrosse, mehligkochende Kartoffeln
Salz
Butter

1 Becher Crème fraîche
200 g Bio-Rauchlachs
Dill zur Garnitur

Kartoffeln ca. 10 Minuten kochen, ungeschält auf der Röstiraffel (Gemüsereibe) reiben, salzen. Die Muffinförmchen ausbuttern, die Kartoffeln in die Förmchen geben, bisschen festdrücken und den Rand hochziehen, damit Körbchen entstehen. Ich habe in jedes Förmchen noch ein Butterflöckchen gegeben. Bei 220 Grad ca. 40 bis 45 Minuten im Backofen backen.
Die Körbchen aus der Form nehmen und jedes mit einem Kaffeelöffel Crème fraîche füllen. Ein bisschen Lachs auf die Crème fraîche setzen und mit einem Dillzweiglein garnieren.

Montag, 13. August 2012

Randen mit Tomaten und Speck


Ich hab's letztens bereits angetönt, ich bin derzeit ziemlich einfallslos in der Küche. Kein Plan für gar nix, keine Ideen, leer, Sommerloch oder so. Nun denn, das ist nicht weiter tragisch. Eigentlich ist das sogar sehr gut. Denn so komme ich endlich dazu, all die gesammelten Ideen von andern Blogs mal nachzukochen. Wir leben derzeit eigentlich nur von Nachgekochtem.
Petra von Chili und Ciabatta hatte letztens ein Randentartar, das mich grad angemacht hat. Aber am Tag drauf postete sie Randen mit Tomaten und Speck. Oh yeah - das musste ich haben. Zufällig hab ich am Wochenende Randen geschenkt gekriegt, so stand dem heutigen Mittagessen nichts mehr im Weg. Ausser, dass ich keine Cherry-Tomaten hatte und das Ganze mit Coeur de Boef machen musste/durfte. Und abgemessen habe ich natürlich auch nichts, sondern Handgelenk x Pi einfach in die Pfanne gekippt. Drum ist mein Rezept halt nicht so genau.
Bei uns gab es das Randengemüse als Vorspeise zu einer Zwetschgenwähe - für die folgt das Rezept dann morgen.
als Vorspeise für 3 Personen
1 grosse Rande
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Handvoll Speckwürfelchen
1,5 Tomaten Coeur de Boeuf
ein Schluck Balsamico
Olivenöl
(im Original noch Saft einer halben Zitrone - hatte ich aber nicht)
Salz, Pfeffer
glatte Petersilie, gehackt - hatte ich eben nicht
bei mir gab auf jeden Teller noch zwei Scheiben Bratspeck supplément obendrauf

Rande weichkochen und in Scheiben schneiden. In einer Bratpfanne die Speckwürfel anbraten, dann den Knoblauch und die Schalotte dazu geben und mitbraten, bis sie leicht caramelisieren. Balsamico, Olivenöl, Salz und Pfeffer dazu geben, Pfanne vom Herd ziehen und die in Scheiben geschnittenen Randen und Tomaten untermischen. Gemüse eine halbe Stunde ziehen lassen. Wenn man hat, zum Schluss Petersilie darüber streuen. Ich hatte nicht. Lauwarm angerichtet habe ich die Teller mit gebratenen Speckscheiben «garniert». Geschmeckt hat es wunderbar.

Aber alles garnieren nützte nichts - mein Teller sieht irgendwie aus wie schon mal gegessen oder iiih, wie eine offene Wunde. Wenn ich da mit Micha von Grain de sel vergleiche, die am Wochenende das Selbe gekocht hat... also bei ihr sieht das wunderschön aus. Bei mir ist es wieder mal ein Beitrag für Heikes Dauerevent Ugly Food. 

Nachtrag
Sodele, jetzt kommt noch der Ursprung des Rezeptes. Petra hat es nämlich von der Küchenschabe. Auch in Österreich sieht der Teller hübsch aus. Ich glaub, bei mir lag es an meinen Coeur de Boef, die zwar wahnsinnig fein sind, aber hier fürs Optische nicht die richtige Wahl waren.

Sonntag, 10. Juni 2012

Gebratene Weinbergpfirsiche mit roten Zwiebeln


Die ersten Weinbergpfirsiche sind auf dem Markt. Ich liebe diese kleinen, flachen Pfirsiche mit dem winzigen Stein und dem weissen Fruchtfleisch. Am allerliebsten mag ich sie zusammen mit roten Zwiebeln in Olivenöl gebraten als kleine, leichte Vorspeise.

für 4 Personen
4 Weinbergpfirsiche
4 kleine, rote Zwiebeln
Olivenöl
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Balsamico

Die Zwiebeln schälen, Zwiebeln und Pfirsiche sechsteln. Die Zwiebeln in einer Bratpfanne  in Olivenöl langsam (!) bei mittlerer Hitze braten. Wenn die Zwiebeln gar sind, Hitze erhöhen und die Pfirsichstücke dazu geben. Die Pfirsiche kurz braten, dass sie eine schöne Farbe kriegen, salzen, pfeffern und mit wenig Balsamico ablöschen. Resp. ich habe eine Balsamico-Pumpsprühflasche. Damit zerstäube ich wenig Balsamico über das Pfirsich-Zwiebel-Gemisch. Das Ganze gut durchschütteln und schön anrichten.