Sonntag, 30. Juni 2013

Ordnung und Harmonie: Lachstartar auf Pumpernickel mit Honig-Senf-Sauce


Wenn ich bei Peggys Süsswasserfisch-Event jeden Monat ein Rezept einreichen will, dann ist heute die letzte Gelegeneheit, mein Vorhaben in Wirklichkeit umzusetzen. Denn morgen ist ja schon Juli... Kinder, wie die Zeit vergeht. Wenn ich den Juni in der Hühnerküche anschaue - ein Drama. Mit dem heutigen Post grad mal vier Beiträge in einem Monat. Gelesen und kommentiert habe ich anderswo auch praktisch nicht. Wahrscheinlich ist mir bereits die Hälfte der Leserschaft davon gelaufen...
Ich bin ein sehr ordnungsliebender Mensch, mit Chaos kann ich nicht umgehen - sei das nun im räumlichen Sinne, aber auch im gefühlsmässigen. Chaos erzeugt bei mir innerlich eine Disharmonie und in diesem Zustand kriege ich nichts mehr auf die Reihe. Das Essen ist versalzen, die Fotos unscharf, die schöne Wasserkaraffe fällt zu Boden und zerbricht, ich schneide mich fürchterlich an meinem unschärfsten Messer, die Kartoffeln kochen so lange, bis kein Wasser mehr im Topf ist und noch zwei Stunden länger, bis der Topf auch noch über den Jordan ist. Dann wird mir alles zuviel und ich verfalle in Lethargie. Wie paralysiert schaue ich auf dieses Chaos und bin ausserstande, etwas zu unternehmen. So lange, bis ich kurz davor bin, endgültig darin unterzugehen. Dann rapple ich mich auf und beginne Ordnung zu schaffen. Erst an der einen Ecke, dann langsam voran arbeiten... und irgendwann habe ich soviel von dem Sauhaufen abgetragen, dass ich wieder in die Ferne sehe.
Das Lachstartar, das ich gestern meinen Gästen servierte, war harmonisch im Geschmack und kam ohne viel Firlefanz ordentlich aufgeräumt auf dem Teller daher. Eine kleines Amuse Gueule, das überzeugte und meinem derzeitigen Harmoniebedürfnis und Ordnungssinn sehr gerecht wurde.

Rezept für 6 Personen
130 g frischer, roher Bio-Lachs (ohne Haut, entgrätet)
Salz, Pfeffer
wenig Abrieb einer Limette
Saft einer halben Limette

1 Dessertlöffel Sauerrahm
1 Kaffeelöffel Meerrettich (aus dem Glas - habe keinen frischen gefunden)
eine Prise Salz

1 Esslöffel Senf
1 Dessertlöffel Blütenhonig
gehackter Dill

3 Scheiben Pumpernickel

Senf, Blütenhonig und gehackten Dill gut miteinander verrühren. Sauerrahm mit dem Meerrettich und dem Salz verrühren. Aus dem Pumpernickel 6 Rondellen ausstechen. Die Rondellen mit dem Meerrettich-Sauerrahm dünn bestreichen.
Den Lachs mit einem scharfen Messer fein hacken. Mit Salz, Pfeffer, wenig Limettenabrieb und dem Saft einer halben Limette vermischen. Auf die Pumpernickelrondellen setzen. Mit der Honig-Senf-Sauce und einem Dillzweiglein garnieren.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Wenn der Norden den Süden küsst: Nordseekrabben-Ei-Töpfchen knutscht den Artischocken-Spargel-Salat


Letzte Woche waren wir in Hamburg. Das Perlhühnchen feierte ihren runden Geburtstag in ihrer Heimatstadt. Bevor wir am Freitag nach Hause flogen, shoppten wir im gröberen Stil Nordseekrabben, Krabbensalat und Matjes. Das Pfund Krabbensalat haben die Junghühner ratzfatz weggeputzt. Die Nordseekrabben nature habe ich gestern Mittag für das Küken und mich mit einem Ei in einem Töpfchen im Ofen gegart und auf einem Salat angerichtet. Sah nett aus und schmeckte hervorragend.

Für 2 Personen
Krabben-Ei-Töpfchen
80 g Nordseekrabben, gekocht
2 Eier
Sahne
Salz, Pfeffer

Salat
Blattsalat (ich: Eichblatt)
4 grüne Spargelstangen
2 weisse Spargelstangen
4 grosse Champignons
6 kleine, römische Artischocken
1/2 gelbe Paprika
1/2 Peperoncino, in feine Ringe geschnitten
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zitronensaft

Finish
Schnittlauchröllchen
40 g Nordseekrabben


Krabben-Ei-Töpfchen
Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. In zwei feuerfeste Glasförmchen vorsichtig je ein Ei schlagen, so dass der Dotter nicht kaputt geht. Auf das Eiweiss ein bisschen Sahne giessen (etwa ein Drittel soviel, wie Eiweiss vorhanden ist). In das Sahne-Eiweiss-Gemisch die Krabben verteilen. Alles mit Salz und Pfeffer würzen. Die Glasförmchen in eine feuerfeste Form stellen und diese mit kochendem Wasser auffüllen. Die Form vorsichtig in den Ofen schieben. Die Eier in ca. 15 Minuten im Ofen garen. Das Eiweiss sollte fest sein, das Eigelb noch flüssig.

Salat
Artischocken putzen wie hier beschrieben und vierteln. Weissen Spargel schälen, beide Spargelsorten diagonal in Stücke schneiden. Die Champignons sechsteln. Paprika würfeln. In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen und erst mal die Artischocken ca. 3 Minuten braten. Dann den Spargel und die Champignons dazu geben und ca. 5 Minuten mitbraten. Zum Schluss die Paprikawürfel und die Peperoncinoringe dazu geben, mit Zitronensaft ablöschen und diesen etwas eindampfen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Eichblattsalat putzen, waschen, trocken schleudern und mit einer Salatsauce nach Wahl anmachen.

Finish
Den Eichblattsalat auf zwei Teller verteilen. Das Ei mit einem Messer vom Töpfchenrand lösen, mit einem grossen Löffel aus der Form heben und auf den Salat setzen. Den noch warmen Gemüsesalat daneben anrichten. Alles mit Schnittlauchröllchen und den restlichen Krabben bestreuen.


Dienstag, 4. Juni 2013

Turboküche: Hackbällchen vom Hochlandrind und Taboulé


Liebe M., da wir beide in der selben Firma arbeiten und mittags häufig gleich planlos sind und/oder das selbe Gehetze haben, widme ich das folgende Rezept Dir. Es geht ganz schnell, wirklich. Ich habe das Gericht innerhalb von 20 Minuten hingeknallt. Und da Du ein ähnlicher «Zabli» bist wie ich, kriegst Du das auch in der Zeit hin.
Für die Hackbällchen habe ich Hochlandrind-Hackfleisch verwendet. Hackfleisch von andern Rindern geht natürlich auch, aber Bio sollte es dann schon sein. Weil man schmeckt halt schon, ob ein Tier anständig gehalten wurde oder nicht.

Rezept für 3 Personen
Hackbällchen
500 g Hackfleisch vom Hochlandrind (oder Bio-Rind)
1 mittelgrosse Zwiebel, feinst gewürfelt
3 grosse Zweige frische Pfefferminze
3 grosse Zweige glatte Petersilie
1 Ei
3 Esslöffel selbstgeschreddertes Paniermehl
0,5 dl Sahne
1 Espressolöffel Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Taboulé
300 g Couscous
2 Zitronen
lauwarmes Wasser
Salz, Pfeffer
1 grosse Fleischtomate, entkernt, klein gewürfelt
1/2 Salatgurke, entkernt, klein gewüfelt
3 Zweige frische Pfefferminze
1 Messerspitze scharfes Paprikapulver
Olivenöl

Als allererstes das Couscous in eine Schüssel geben und soviel Wasser dazu geben, dass das Couscous zwei Fingerbreit bedeckt ist. Salz und Pfeffer dazu. Mit einer Gabel einmal gut umrühren und das Couscous quellen lassen.
Jetzt das Hackfleisch gut trockentupfen und in eine Schüssel geben. Pfefferminz- und Petersilienblätter fein schneiden. Zwiebelwürfel in Bratbutter glasig dünsten, Pfanne vom Herd nehmen, bisschen salzen und pfeffern, dann die Kräuter dazu geben und mit den Zwiebeln mischen. Zwiebel-Kräutermischung sowie sämtliche andern Zutaten zum Hackfleisch geben und alles gut durchkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Masse kleine Kugeln formen und in genügend Bratbutter bei mittlerer Hitze rundum braten.
Zitrone auspressen zum Couscous geben. Falls es noch zuviel Biss hat, nochmals etwas Wasser zufügen. Pfefferminzblätter fein schneiden, Tomate und Gurke klein würfeln und alles mit dem Couscous mischen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Olivenöl abschmecken.
Hackbällchen aus der Bratpfanne fischen und mit Küchenpapier entfetten.

Tipp: Die Hackbällchen machen sich übrigens auch auf einem Buffet sehr gut und können auch kalt gegessen werden.

Montag, 3. Juni 2013

Spargel mit Kratzete und Sauce Hollandaise


Einmal im Jahr brauche ich weissen Spargel ganz klassisch mit Sauce Hollandaise. Letztens war ich bei Basel ennet der Grenze in Deutschland zum Spargel essen. Und dort ist die klassische Version eben auch mit Sauce Hollandaise, aber dazu gibt es Kratzete. Kratzete ist in etwa ein gesalzener Kaiserschmarrn, also ein fluffiger, dicker Pfannkuchen, der in Stücke gerissen wird. Passte gut zum Spargel und deshalb gab es gestern bei uns badischen Spargel ganz klassisch.
Die Hollandaise war von der Zubereitung her nicht ganz klassisch, aber geschmeckt hat sie wunderbar. Ich habe sie nach dem Rezept vom Elsässerli gemacht. Und den Spargel habe ich in Backpapier gewickelt im Ofen gegart.

Für 4 Personen
Spargel
1,5 bis 2 kg weissen Spargel
25 g Butter
Salz, Zucker
Backpapier

Kratzete
3 Eier
150 g Mehl
2,5 dl kalte Milch
1 Esslöffel Mineralwasser
1/2 Espressolöffel Salz

Sauce Hollandaise spezial
1 kleine Schalotte, geschält, gewürfelt
10 Pfefferkörner
2 EL Weißweinessig
1,5 dl trockener Weißwein
200 g Butter
4 Eigelb
1 TL Dijon-Senf (habe ich weggelassen)
1 dl sehr steif geschlagene Sahne
evtl. etwas Salz, Zitronensaft, weißer Pfeffer


Spargel
Spargel gründlich schälen. In eine Auflaufform ein grosses Stück Backpapier legen. Spargel auf das Papier geben, salzen und wenig Zucker darüber streuen. Butterflöckchen auf den Spargel legen und das Papier so verschliessen, dass ein lockeres Paket entsteht. Den Spargel bei ca. 200 Grad 20 bis 30 Minuten  (je nach Dicke des Spargels) in den Ofen schieben.

Kratzete
Für die Kratzete die Eier trennen. Mehl mit der kalten Milch und dem Salz verrühren und das Mineralwasser beifügen. Die Eigelb zugeben und alles gut vermischen. Den Teig 20 Minuten ruhen lassen. Eiweiss zu Schnee schlagen und dann vorsichtig unter den Teig ziehen. In einer Bratpfanne Butterschmalz schmelzen, ein Drittel des Teiges in die Bratpfanne geben und einen dicken Pfannkuchen backen. Wenden, und dann mit zwei Bratschaufeln auseinander zupfen. Die so entstehenden, kleinen Stücke rundum golden fertig backen. Aus der angegebenen Menge habe ich drei Pfannkuchen gebacken. Das hat locker für 4 Personen gereicht.

Hollandaise spezial
Bei der Hollandaise habe ich das Elsässerli-Rezept noch ein bisschen vereinfacht. Die Schalotte würfeln. In einem ganz kleinen Stieltopf die Schalotte mit dem Weisswein, dem Essig und den Pfefferkörnern aufkochen. So lange kochen lassen, bis ca. ein dl übrig bleibt. Durch ein Sieb giessen und die Reduktion in eine Schüssel geben. Schüssel ins heisse Wasserbad stellen. Die Eigelb in die Reduktion geben und mit dem Schneebesen sehr schaumig rühren. Dabei acht geben, dass das Wasserbad nicht zu heiss ist.
In einem zweiten Topf die Butter schmelzen und leicht auskühlen lassen. Die geschmolzene Butter jetzt in einem dünnen Strahl zum Eierschaum giessen und mit dem Schneebesen sehr gut aufschlagen. Abschmecken und ganz zum Schluss die steif geschlagene Sahne unterziehen.

Dienstag, 21. Mai 2013

Mediterane Leckereien - Part II: Lauwarmer Artischockensalat mit Schangnauer Büffelmozzarella


Als Vorspeise zu der Olivenpasta servierte ich am Sonntag einen lauwarmen Artischockensalat mit Schangnauer Büffelmozzarella. Die Inspiration zu diesem Salat kam von Petra von Chili und Ciabatta.

Rezept als Vorspeise für 3 Personen
9 kleine, römische Artischocken
1 Tomate
3 Knoblauchzehen von einer ganz frischen, diesjährigen Knoblauchknolle
1 Schluck Weisswein
frischer Thymian
Salz, Pfeffer
Blutorangenessig
Olivenöl
1 Kugel Schangnauer Büffelmozzarella

Artischocken putzen - wie das geht, steht hier. Für dieses Gericht habe ich die Artischockenhälften dann in feine Spalten geschnitten. In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen, die gut abgetropften Artischocken darin anbraten, bis sie Farbe kriegen, salzen und pfeffern und mit einem Schluck Weisswein ablöschen. Wein einkochen lassen. Knoblauchzehe schälen, in dünne Scheibchen schneiden. Tomate entkernen, in kleine Würfelchen schneiden - enthäuten wäre chic gewesen, ist mir aber erst eingefallen, als ich schon am Würfelchen schneiden war. Tomatenwüfel, Knofischeibchen und abgezupften Thymian zu den Artischocken geben, kurz dünsten. Pfanne vom Herd ziehen, mit Blutorangenessig abschmecken. Auf einen Teller anrichten, die Mozzarellakugel von Hand zerzupfen und über die Artischocken geben. Eine Umdrehung schwarzer Pfeffer drüber und noch ein paar frisch gezupfte Thymianblättchen. Mit einem sehr guten Olivenöl beträufeln.


Über den Schangnauer Büffelmozzarella hatte Robert bereits 2007 mal geschrieben, seit einiger Zeit gibt es diesen Mozzi bei uns im Supermarkt mit dem orangen M als Regionalprodukt zu kaufen.

Oliven, junger Knoblauch aus Frankreich und frische Pasta auf diesem Bild stammten vom Marktstand von Michael Büchi.

Michael Büchis Leckereien kann soll man nicht widerstehen.

Montag, 20. Mai 2013

Mediterane Leckereien - Part I: Olivenpasta mit Paprikawürfel, Frühlingszwiebeln und Oliven


Letzten Donnerstag war in unserer Kleinstadt Mai-Markt. Das bedeutet, dass nicht nur Gemüsemarkt ist. Da kommen die Marktfahrer von überall her und bieten ihre Ware feil: Kleider, Gürtel, Schmuck, Lederfett, Spielsachen, etc. Aber auch ergänzende Lebensmittelstände zum normalen Gemüsemarkt sind da anzutreffen. Bilder von einem dieser Stände gab es bereits letztes Jahr, als ich den Berner Gemüsemarkt gezeigt hatte, es ist der Stand von Michael Büchi. Michael Büchi betreibt auf dem Berner Gemüsemarkt einen grossen Stand mit Oliven, Käse, frischen Ravioli und sonstigen mediteranen Leckereien. Und wenn in unserer Kleinstadt ein Markt wie der Maimarkt stattfindet, reist Büchi mit seiner Ware auch zu uns - derweil ein Mitarbeiter in Bern die Stellung hält.
Wer bei Büchi einkauft, sollte sich ein bisschen Zeit nehmen und das reichhaltige Sortiment an Oliven und anderen in Öl eingelegten Spezialitäten bestaunen. Der Marktfahrer hält gerne ein Schwätzchen, stets gut aufgelegt liefert er Informationen zu den feilgebotenen Schlemmereien, berät leidenschaftlich seine Kundschaft, gibt hier eine Olive zum probieren, macht aufmerksam auf sein grosses Pastasortiment und den Käse am andern Ende des grossen Standes. Wenn ich bei ihm einkaufe, dann immer mit sehr viel Genuss. Und meist habe ich dann mehr, als ich eigentlich ursprünglich geplant hatte ;-)

Michael Büchi vekrauft mit Leidenschaft mediterane Leckereien.

Auch letzten Donnerstag konnte ich bei ihm einfach nicht widerstehen. frische Olivenpasta, frischen Knoblauch aus Frankreich, Schafkäse aus Italien, verschiedene Olivensorten - und die nette Unterhaltung gab es umsonst dazu.
Die Pasta waren geformt wie Bonbons, mit einer Füllung aus Ricotta (vermute ich mal) und grünen Oliven. Vor lauter Ratschen hatte ich ganz vergessen nachzufragen.
Wir hatten gestern eine Vorspeise mit Artischocken (Rezept folgt morgen) und die Ravioli als kleinen Hauptgang, was für uns drei Weiber längstens gereicht hat. Für den Junghahn allerdings wäre die Portion zu klein gewesen.

Rezept - als Vorspeise oder kleiner Hauptgang für 3 Hühner
300 g frische Pasta (z.B. Ravioli)
1 rote Paprika
1 Frühlingszwiebel
1 Handvoll Nyons-Oliven
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Paprika in kleine Würfel schneiden, Frühlingszwiebel in feine Rädchen. Die Nyons-Oliven entsteinen und in Streifen schneiden. In einer Bratpfanne die Paprkawürfel und die Zwiebelringe in Olivenöl kurz anziehen. Olivenstreifen dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pasta in reichlich Salzwasser kochen, abgiessen und mit dem Gemüse kurz in der Bratpfanne schwenken. Anrichten und ein paar unentsteinte Oliven sowie ein bisschen frischgeschnittenes Grün von einer Frühlingszwiebel drüber streuen.
Also schneller geht es kaum noch.

Samstag, 18. Mai 2013

Nachgekocht: Spargelpesto von Bonjour d'Alsace


Zwischendurch bin ich sowas von einfallslos in der Küche, das glaubt man kaum. Da steh ich vor dem Kühlschrank, räume aus, stelle Menüs zusammen, verwerfe wieder, halse in die hintersten Ecken des Küchenschrankes, kombiniere in Gedanken... aber irgendwie überzeugt mich gar nichts. Es ist ja nicht so, dass der Kühlschrank leer wäre. Nene, am Donnerstag war ich auf dem Markt und habe den Kühli von oben bis unten mit Gemüse voll gestopft. Das Angebot an jungem Gemüse ist doch im Moment schon recht erfreulich.
Jedenfalls gestern wollte mir auch nach dreimaligem Umräumen nichts Gescheites einfallen. Das einzige, was ich wusste, war, dass der Spargel weg muss. Und da fiel mir des Elsässerlis Spargelpesto ein. Mein Hühnerhof liebt Pasta (ich persönlich stehe da mehr auf Kartoffeln), so gedachte ich den Hühnern eine Freude zu machen. Und weil ich ja selten einfach genau nach Rezept koche, habe ich das Rezept noch ein bisschen abgewandelt und z.B. anstelle des Zitronensaftes Zitronenthymian verwendet.

Rezept für 4 Personen
Spargelpesto
ca. 400 g grüner Spargel
eine Handvoll Pinienkerne (im Original ungeschälte Mandeln, hatte ich aber nicht)
ein Knoblauchzehe, geschält
ca. 100 g Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zitronenthymian (fehlt im Original, dafür kommt dort Zitrnonensaft rein)
(1 rote Chilischote - habe ich weggelassen)

zusätzlich
3 dicke, weisse Spargelstangen
400 g Pasta (bei mir Tagliatelline)

Beim grünen Spargel die Enden wegbrechen, den Spargel in Stücke schneiden, die Spargelspitzen zur Seite legen. Die Spargelstücke ohne die Spitzen in Salzwasser garen, abgiessen und eiskalt abschrecken. Ein bisschen Spargelkochwasser aufheben. Die Spargelstücke mit Pinienkernen, der Knoblauchzehe, Parmesan und Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und Zitronenthymianblättchen ins Pesto zupfen. Falls das Pesto zu dick ist, ein bisschen Spargelwasser beifügen.
Die Spargelspitzen habe ich kurz in Salzwasser blanchiert. Die weissen Spargelstangen schnitt ich diagonal in dünne Scheiben, habe sie in einer Bratpfanne in Olivenöl angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Zum Schluss die grünen Spargelspitzen beifügen und kurz mitbraten.
Pasta al dente kochen und sofort mit dem Spargelpesto und den gebratenen Spargeln vermischen. Anrichten und mit Zitronenthymian ausgarnieren.

Der Hühnerhof hat zugeschlagen, der lange Hahn fand, das könne man also öfters so servieren, die andern haben Zustimmung genickt. Zustimmung hatten auch bereits genickt Andy von LieberleckerRobert von Lamiacucina und eben das Elsässerli.

Freitag, 17. Mai 2013

Zanderfilet mit Gurken-Dill-Gemüse


Hier wäre eigentlich das Gedicht von Mascha Kaléko « Was weiss der Fisch von Religion?» vorgesehen gewesen - aber aus urheberrechtlichen Gründen nehme ich das lieber raus - denn auf eine Abmahnung habe ich keine Lust. Die Einleitung des nachfolgenden Textes bezieht sich allerdings auf das Gedicht. Wenn jemand Interesse am Gedicht hat, bitte Mail an wildespoulet at gmail punkt com.

Heute gibt es weder Hecht noch Salm, sondern Zander. Wer sich ein bisschen in der Ichthyologie (Fischkunde) auskennt, weiss, dass der Zander aus dem Süsswasser kommt. Und weil ich für den Mai auch noch ein Rezept zu Peggys Süsswasserfisch-Event beisteuern möchte, kamen mir die Zanderfilets grad recht, die mein Fischdealer gestern auf dem Markt feil bot. Zwei Stände weiter wanderten noch zwei Gurken und ein Bund Dill in den Korb.
Rezept für 3 Personen
3 Zanderfilets mit Haut
Salz, Pfeffer
wenig Mehl
Bratbutter

Gurken-Dill-Gemüse
2 mittelgrosse Salatgurken
1/2 Zwiebel
1 dl Gemüsebrühe
1/8 l Sahne
Salz, Pfeffer
1 Espressolöffel Maisstärke, angerührt in wenig kaltem Wasser
1 Handvoll frischer Dill, geschnitten
wenig Bratbutter

Die Fischfilets mit der Pinzette entgräten, salzen, pfeffern und beidseitig ein bisschen mehlen. In Bratbutter beidseitg braten.
Gurke längs halbieren und Kerne entfernen. Die Gurke in kleine Würfel schneiden. Zwiebel fein würfeln. In einer Sauteuse die Zwiebelwürfelchen in wenig Bratbutter glasig dünsten. Die Gurkenwürfel zugeben und mitdünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und die Gurke zugedeckt ca. 5 Minuten leicht schmurgeln lassen. Dann die Sahne beifügen, einmal kurz vors Kochen bringen und mit der aufgelösten Maisstärke die Sauce abbinden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Sauteuse vom Herd ziehen und den geschnittenen Dill in die Sauce rühren. Nicht mehr kochen, der Dill kriegt sonst einen hässlichen Graustich.
Zum Zander mit dem Gurken-Dill-Gemüse gab es Reis.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Spargel-Gerstotto


Dumm gelaufen. Da bin ich am arbeiten wie blöd, ein Telefonat nach dem andern, Mails ohne Ende. Guck ich auf die Uhr... Mist, bereits 12.03 Uhr. In 20 Minuten stehen die Kids auf der Matte und wollen Mittagessen. Kühlschrank auf, ein paar Spargeln raus, schälen, schnippeln, Zwiebel schneiden, Gerstotto aufsetzen, gleichzeitig Kochlöffel schwingen und Salat putzen. 12.20 Uhr - der Junghahn kommt mit dem Fahrrad um die Ecke gewetzt. «Ou Mam, ich hab sooooooo einen Hunger!» Deck den Tisch, füll Wasser in eine Karaffe, nimm den Salat gleich mit. Und dann - wo ist das Küken? «Mam, echt jetzt - auf die mag ich nicht warten. Die ratscht bestimmt anner Ecke mit ihren Weibern...» Oke, schöpfen - guten Appetit. Und dann plötzlich... da war doch was... ojeee, ganz vergessen, das Küken isst ja bei Ihrer Vegi-Freundin.
Oke, das heutige Rezept ist für drei Personen, wir haben es gestern zu zweit weggeputzt. Also ich eine Portion, der lange Hahn den Rest.

Rezept für 3 Personen
1 Zwiebel, fein gewürfelt
3 dicke, weisse Spargelstangen, geschält in 1,5 cm lange Stücke geschnitten
6 grüne Spargelstangen, in 1,5 cm lange Stücke geschnitten
250 g Rollgerste
ein Schluck Weisswein
ca. 6 dl heisse Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
150 g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer
2 Frühlingszwiebeln
Schnittlauch
Bratbutter

Zwiebel fein würfeln und in einem Topf in der zerlassenen Bratbutter glasig dünsten. Rollgerste dazu geben, mitdünsten, mit dem Weisswein ablöschen und diesen unter Rühren einkochen lassen. Die Hälfte der Gemüsebrühe in kleinen Portionen beifügen und immer wieder einkochen lassen. Rühren nicht vergessen. Die restlichen 3 dl Brühe beifügen, Lorbeerblatt dazu, einmal aufkochen lassen und dann die Spargelstücke dazu geben. Das Gerstotto auf kleinem Feuer köcheln lassen. Ab und an umrühren. Zum Schluss den Parmesan dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Frühlingszwiebel- und Schnittlauchröllchen bestreuen.

Montag, 13. Mai 2013

Nachgekocht: Englischer Frühlingssalat


Der gestrige Sonntag war wettermässig zum in die Tonne treten oder so. Jedenfalls hat es bis drei Uhr nachmittags nur geschüttet. Hätte das Küken nicht total lieb zum Muttertag einen wunderbaren Brunch hergerichtet, wäre ich gar nicht aus dem Bett gekommen. Aber gegen Ende des Nachmittags wurde es doch noch einigermassen sonnig. Und dann kam auch die Lust, mich in die Küche zu stellen. Derzeit steht mir der Sinn nach leichter Kost und drum gab es einen englischen Frühlingssalat. Denn da ist Fenchel drin, und wer hier schon länger mitliest, weiss, dass Fenchel mein absolutes Lieblingsgemüse ist.
Ich habe einfach Handgelenk x Pi zusammengewürfelt, was mengenmässig da war.

Rezept für 4 Personen
eine Handvoll Radieschen, halbiert
1,5 Fenchelknollen, in dünne Spalten geschnitten
4 dicke, weisse Spargelstangen, diagonal in Scheiben geschnitten
8 grüne Spargelstangen, in 5 cm Stücke
2 Esslöffel Kapern, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
Sherry-Essig
Olivenöl
Dill
Salz, Pfeffer

Die geschnittenen Gemüse in einer Grillpfanne in Olivenöl anbraten, bis sie Farbe kriegen. Die Radieschen habe ich erst ziemlich zum Schluss beigefügt, weil die rote Farbe bei Hitze so schnell ausbleicht. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Aus Kapern, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Sherry-Essig und Olivenöl eine Vinaigrette rühren und über das noch warme Gemüse geben. Mit gehacktem Dill bestreuen.
Bei uns gab es dazu Bratkartoffeln.