Samstag, 18. Mai 2013

Nachgekocht: Spargelpesto von Bonjour d'Alsace


Zwischendurch bin ich sowas von einfallslos in der Küche, das glaubt man kaum. Da steh ich vor dem Kühlschrank, räume aus, stelle Menüs zusammen, verwerfe wieder, halse in die hintersten Ecken des Küchenschrankes, kombiniere in Gedanken... aber irgendwie überzeugt mich gar nichts. Es ist ja nicht so, dass der Kühlschrank leer wäre. Nene, am Donnerstag war ich auf dem Markt und habe den Kühli von oben bis unten mit Gemüse voll gestopft. Das Angebot an jungem Gemüse ist doch im Moment schon recht erfreulich.
Jedenfalls gestern wollte mir auch nach dreimaligem Umräumen nichts Gescheites einfallen. Das einzige, was ich wusste, war, dass der Spargel weg muss. Und da fiel mir des Elsässerlis Spargelpesto ein. Mein Hühnerhof liebt Pasta (ich persönlich stehe da mehr auf Kartoffeln), so gedachte ich den Hühnern eine Freude zu machen. Und weil ich ja selten einfach genau nach Rezept koche, habe ich das Rezept noch ein bisschen abgewandelt und z.B. anstelle des Zitronensaftes Zitronenthymian verwendet.

Rezept für 4 Personen
Spargelpesto
ca. 400 g grüner Spargel
eine Handvoll Pinienkerne (im Original ungeschälte Mandeln, hatte ich aber nicht)
ein Knoblauchzehe, geschält
ca. 100 g Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zitronenthymian (fehlt im Original, dafür kommt dort Zitrnonensaft rein)
(1 rote Chilischote - habe ich weggelassen)

zusätzlich
3 dicke, weisse Spargelstangen
400 g Pasta (bei mir Tagliatelline)

Beim grünen Spargel die Enden wegbrechen, den Spargel in Stücke schneiden, die Spargelspitzen zur Seite legen. Die Spargelstücke ohne die Spitzen in Salzwasser garen, abgiessen und eiskalt abschrecken. Ein bisschen Spargelkochwasser aufheben. Die Spargelstücke mit Pinienkernen, der Knoblauchzehe, Parmesan und Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und Zitronenthymianblättchen ins Pesto zupfen. Falls das Pesto zu dick ist, ein bisschen Spargelwasser beifügen.
Die Spargelspitzen habe ich kurz in Salzwasser blanchiert. Die weissen Spargelstangen schnitt ich diagonal in dünne Scheiben, habe sie in einer Bratpfanne in Olivenöl angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Zum Schluss die grünen Spargelspitzen beifügen und kurz mitbraten.
Pasta al dente kochen und sofort mit dem Spargelpesto und den gebratenen Spargeln vermischen. Anrichten und mit Zitronenthymian ausgarnieren.

Der Hühnerhof hat zugeschlagen, der lange Hahn fand, das könne man also öfters so servieren, die andern haben Zustimmung genickt. Zustimmung hatten auch bereits genickt Andy von LieberleckerRobert von Lamiacucina und eben das Elsässerli.

Kommentare:

  1. Whou das wird gleich heute nachgebastelt... wir haben gerade durch das eher kühle Wetter eine minim eingeschränkte Spargelschwemme.... aber ich sauge mir die Rezept-Ideen immer wieder aus den Fingern oder wie nun gerade aus dem Netz!
    Wûnsche dir fröhliche Pfingsten
    Brigitte

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  2. Danke fürs Nachkochen und das Lob. Bei mir wird es das Gericht auch noch mindestens einmal geben, weil ich es unbedingt mit gebratenem Spargel probieren möchte. Und dann noch einmal in Roberts Variante zu weissem Spargel serviert.
    Hast Du eigentlich etwas gegen Zitrone? Ich finde, dass diese dem Rezept noch den schönen Kick verpasst - für mich NUR mit Zitrone bitte ;-)
    Liebe Grüsse vom Elsässerli, das gerade das Tessinerli ist.

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  3. Diese Art Einfallslosigkeit kenne ich auch soo gut, mich überfällt sie meist Freitagabends :-) Ist doch aber etwas richtig Gutes dabei heraus gekommen!

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  4. Das Rezept hab Ich mir auch schon geschnappt, das gibts am Montag bei uns ;)
    Bin schon so auf den geschmack gespannt ... bei Dir sieht das einfach megalecker aus ;)

    Liebe Grüße ins Pfingstwochenende
    Kerstin

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  5. Ich kenne das auch. Stehe da...kann mich nicht entscheiden...nichts passt...zu langwierig...grade keine Lust drauf...essen die Kinder nicht....schnauf. Na gut, bislang gab es noch immer was zu essen.
    Das Spargelpesto steht oben auf meiner Liste...ich könnte mich grade von Spargel ernähren.

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  6. Tönt sauguet! Das werde ich auch bald nachkochen.
    Mein Zitronenthymian ist übrigens zweifarbig.

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  7. Wow! Super wie das aussieht. Das muss ich unbedingt demnächst nachmachen.

    Liebe Grüße und schöne Pfingsttage
    Anna

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  8. sehr schön präsentiert, und fein gekocht :))
    liebe Grüße

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  9. Ach, ich seh gerade, bei dir gab es das auch :-) bin die letzten Tage nicht zum Lesen gekommen...
    Lecker, nicht wahr?
    Das mit den Spitzen hab ich beim letzten Mal auch so gemacht,nur gebraten, gibt noch ein bisschen Biss.

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  10. @Smilla
    Ich hoffe, es hat geschmeckt.
    @Tessinerli
    Nein, ich habe nichts gegen Zitrone. Aber ich habe Nachbarinnen, die reiben an praktisch jedes Gericht Zitrone dran. Der Junghahn hat im Laufe der Zeit irgendwie eine Überdosis Zitrone erwischt, und mag deshalb Zitronenabrieb überhaupt nicht mehr. Vor allem bei Pasta findet er es grauenhaft. Als ich letztens mal Zitronenravioli gemacht hatte, hat er um ein Haar geweint, weil er sich so auf die Ravioli gefreut hatte. Aber ich war lieb und hatte für ihn andere Ravioli in Salbeibutter gemacht. Da war er wieder flauschig. Hätte ich jetzt an das Spargelpesto Zitrone gemacht, das hätte Tränen gegeben.
    @Kochpoetin
    Seit ich foodblogge, ist die Einfallslosigkeit nicht mehr ganz so schlimm. Denn dann hole ich mir die Ideen einfach bei Blogfreunden ;-)
    @Verboten gut
    Es war mega lecker - hoffe, es hat euch auch geschmeckt.
    @magentratzerl
    Mit dem Spargel geht es mir auch so. Kaum ein Tag ohne Spargel derzeit.
    @Flohnmobil
    Meine Zitronenthymian war ganz am Anfang auch zweifarbig. Jetzt nach drei Jahren ist er ein riesen Busch und nur noch einfarbig.
    @Anna Purna
    Die Spargelsaison dauert noch einen Monat - unbedingt nachmachen.
    @Kegala
    Danke Dir :-)
    @Britta
    Ich habe den weissen Spargel gebraten und den grünen, vorgekochten nur ganz zum Schluss mitsautiert. Dies wegen der Optik bzw. fürs Bild, damit der Spargel schön grün bleibt ;-)

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  11. ... und ich nicke gleich gleich nochmals meine Zustimmung :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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