Montag, 3. September 2012

Master of Desaster


Vorgesehen war ursprünglich Filet, Schweinsfilet. Aber dann kam dem Küken die Idee, dass die Kükenfreundin doch auch bei uns essen könnte. Und da die Hühnermutter grundsätzlich gerne Besuch hat und Junghühnerfreunde immer gerne am Tisch gesehen werden, hat sie zugestimmt. Und das Menü komplett geändert. Nicht, weil sie der Kükenfreundin kein Filet gegönnt hätte, ne, weil die Kükenfreundin nämlich Vegetarierin ist. Also in den Kühlschrank gehalst, auf die Schnelle einen Krautstielgratin gebastelt, dazu Bratkartoffeln aus rohen Kartoffeln mit Knoblauch und Schalotten und eine grosse Schüssel Salat.
Und ich schwöre, ganz ehrlich ;-), ich hatte die Herdplatte doch auf Stufe 1. Ich weiss nicht, wie das passieren konnte! Aber es hat ziemlich geraucht! Und auch schon fast geglüht.
Liebe Kükenfreundinmutter, da ich ja weiss, dass Du hier mitliest und da ich weiss, dass Deine Tochter immer erzählt, im Hühnerstall werde «so nobel» gegessen, das hier war gar nicht nobel und kam genau so auf den Tisch. Ich hatte nämlich auf die Schnelle keine Alternative.
Und, liebe Heike, auch für Dich - siehste, das passiert auch Leuten, die Bratkartoffeln eigentlich können.

Samstag, 1. September 2012

Poulet-Involtini mit Krautstiel-Curry-Füllung


Gestern habe ich etwas gebastelt gekocht, darauf wäre ich normalerweise nie gekommen. Die Idee dazu lieferte mir die Tatsache, dass ich jede Woche rund 20 Zugriffe auf diesen Post hier habe. Und zwar wird nach folgendem gegoogelt: Involtini, Poulet, Fleischvögel, Huhn, Rezept. Und immer landen die Leute dann auf meinen Involtini vom letzten März. Letztens kam sogar ein ganzes WeightWatcher-Forum hier vorbei.
So habe ich mir schon vor längerer Zeit überlegt, für all diejenigen, die nach Poulet-Involtini googeln oder eben auch für die WeightWatcherinnen ein schlankes Rezept zu kreieren, damit die auch mal ein Erfolgserlebnis bei der Googlerei haben und nicht immer auf diesen Rinderrouladen landen. Ich find das wahnsinnig nett von mir ;-)
Es gibt also Poulet-Involtini mit Curry-Krautstiel-Füllung auf einer Tomaten-Curry-Sauce, dazu Krautstielblättertätschli und Berberitzen-Reis.

für 3 Personen
Currymischung
1 Teelöffel Koriandersamen
1 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
1 getrocknete Chilischote
1 Teelöffel Fenchelsamen
1 Gewürznelke
1,5 Teelöffel Gelbwurz
wenig Zimt

Alle Gewürze bis und mit Gewürznelke pulverisieren - ich mach das in einer elektrischen Kaffeemühle. Dann das Pulver mit dem Gelbwurz und dem Zimt vermischen.

Involtini
2 Hühnerbrüste
Blätter von ca. 8 Krautstielen, zerkleinert
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Esslöffel Rosinen
2 Teelöffel von der Currymischung
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Die Hühnerbrüste flach auf ein Brett legen, jede Hühnerbrust mit einem sehr scharfen Messer quer in drei dünne Schnitzel schneiden.
Die Schalotte in wenig Bratbutter dünsten, Krautstielblätter dazu geben, kurz dünsten, salzen, pfeffern und wenig Wasser dazu geben. Die Blätter dünsten, bis sie zusammenfallen . in einem Sieb gut abtropfen lassen. Dann die Blätter mit einem scharfen Messer fein hacken. Krautstielblätter, Rosinen und Currymischung in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Auf jedes Hühnerschnitzel ein wenig von der Krautstielmasse geben, Schnitzel aufrollen und mit einem geölten Zahnstocher verschliessen. In Bratbutter in einer Bratpfanne rundum braten. Rausnehmen und warm stellen.

Currysauce
2 grosse Tomaten, gehäutet wie hier beschrieben und in Würfel geschnitten
1 feingehackte Zwiebel
2 Teelöffel Currymischung
Salz, Pfeffer
wenig Bratbutter
wenig Wasser

Zwiebel in Bratbuter andünsten, Currymischung dazu geben und kurz mitbraten. Dann die Tomatenwürfel dazu, solange schmurgeln lassen, bis die Tomate zerfällt.  Jetzt alles mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Involtini in die heisse Sauce geben und ca. 10 Minuten darin ziehen lassen (nicht kochen!).

Krautstieltätschli
Rest der Involtini-Füllung
1 Ei
grobes, selbstgemachtes Paniermehl
Salz, Pfeffer

Zum Rest der Füllung habe ich ein Ei und Paniermehl gegeben, das Ganze mit Salz und Pfeffer wenig nachgewürzt. Dann kleine Tätschli geformt und diese in Paniermehl gewendet und in Bratbutter beidseitig gebraten.

Freitag, 31. August 2012

Aus dem Fenster geschaut für Barbara



Barbara wollte eigentlich einen sommerlichen Blick aus dem Küchenfenster. Ich hab es geschafft, die Bilder am letzten Tag im August zu schiessen - und ausgerechnet da regnet es in Strömen. Sorry Barbara, mit Sommer hat das nicht mehr viel zu tun. Hier wäre schöneres Wetter gewesen.
Nun denn, das Maisfeld wird hoffentlich bald abgeerntet. Diese Wand behagt mir gar nicht. Viel mehr als diese grüne Wand sehe ich derzeit nicht, wenn ich aus dem Fenster gucke. Gut, dass ich noch Geranien auf der Fensterbank habe. Findet ein Grossteil meines Umfeldes zwar spiessig - aber ich mag Geranien. Und solche in Pink sowieso :-)

Blick aus dem Küchenfenster: Sommer - bis 31.08.2012

Zucchini-Tätschli


Bratlinge, Grünkernbratlinge hatte Heike letztens gemacht. Und bemerkte, dass allein das Wort «Bratlinge» häufig bei der Fleischfraktion Widerstand erzeugt. In der Schweiz kennt man das Wort «Bratlinge» nicht. Hier gibt's «Tätschli»: zum Beispiel solche mit Fleisch sind Hacktätschli (zu Deutsch Frikadellen, Fleischküchle oder wie auch immer...), die Vegi-Variante sind dann Grünkerntätschli oder wie letztens bei mir Zucchini-Tätschli. Und die erzeugen keinen Widerstand sondern lösen helle Freude aus bei meinem Hühnerstall, obwohl der Junghahn normalerweise nicht soooooo der Zucchinifan ist.

Rezept für 3 Personen
3 kleine Zuccchini
2 Eier
3 Esslöffel selbstgemachtes, grobes Paniermehl
2 Esslöffel Riccotta*
2 Esslöffel Mascarpone*
60 g Feta, zerbröselt*
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 grosse Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Esslöffel gehackter Oregano
1 Kaffeelöffel Zitronenthymian
Abrieb einer halben Zitrone
Salz, Pfeffer
Bratbutter oder Olivenöl

Zucchini auf dem Gemüsehobel in streicholzdünne Stifte hobeln. In Salzwasser ganz kurz blanchieren, abgiessen und gut abtropfen lassen. Die gehackte Zwiebel in einer Bratpfanne glasig dünsten, die Kräuter und den Knoblauch dazu geben, mitdünsten, zum Schluss den Zitronenabrieb. Zucchini gut ausdrücken und in eine Schüssel geben, die Zwiebel-Kräutermischung dazu sowie sämtliche weiteren Zutaten. Alles gut vermischen.
In einer Bratpfanne Olivenöl oder Bratbutter erhitzen. Mit dem Eisportionierer Kugeln formen und diese in das heisse Fett geben. Eine Seite braten, dann das Tätschli wenden, flach drücken und die zweite Seite fertig braten.
Anrichten auf Tomatensauce, dazu gab es Bratkartoffeln.

*Die Menge dieser Zutaten richtete sich danach, was noch in meinem Kühlschrank war.

Um ein Haar wäre übrigens dieser Beitrag wieder mal was für Heikes Ugly-Food geworden. Ich zeig euch jetzt das absolut missratene Ursprungsbild doch noch - aber nur in winzig klein ;-) Jaja, ich weiss, der Weissabgleich... Bloss gut, gibt es Bildbearbeitungsprogramme...

Montag, 27. August 2012

Nachgekocht: Kalte Tomatensuppe von Lamiacucina mit überbackenem Ziegenkäse


Suppe geht immer - auch im Sommer. Tomatensuppe sowieso, ob heiss oder kalt. Gestern gab es die Suppe nach dem Rezept von Robert von Lamiacucina kalt. Eigentlich wollte ich sie ja am bereits am Freitag nachbasteln, aber irgendwas kam dazwischen.


Rezept für 3 Personen
Suppe
3 grosse Tomaten mit wenig Kernen (z.B. Ochsenherz)
2 Frühlingszwiebeln (nur das Weisse)
1 grosse Knoblauchzehe
2 Scheiben Toastbrot, entrindet und klein gewürfelt
eine Handvoll frischen Oregano
eine Handvoll Basilikumblätter
1 Peperoncino, entkernt
Salz, Pfeffer
bisschen Olivenöl

Crostini
6 Baguettescheiben
6 Scheiben Ziegenkäse
3 Kaffeelöffel abgezupfte Thymianblättchen
Olivenöl
Pfeffer


Die Haut der Tomaten kreuzweise einschneiden, kurz in kochendes Wasser tauchen, kalt abschrecken und die Haut abziehen. Tomate klein würfeln. Tomatenwürfel und alle andern Zutaten in einen Mixer kippen und gut durchmixen. Suppe in eine Metalschüssel kippen, mit Folie bedecken und für eine gute halbe Stunde in den Gefrierschrank stellen.
Zum Anrichten habe ich auf die Suppe noch einen Klacks Crème fraîche gegeben.

Die Thymianblättchen mit Olivenöl vermischen. Den Ziegenkäse auf die Brotscheiben legen und unter der Grillschlange kurz überbacken. Mit einem Kaffeelöffel ein Loch in die Ziegenkäseoberfläche drücken und ein wenig Thymianöl reingeben. Eine Umdrehung schwarzer Pfefffer drüber.

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Suppenfan bin? ;-)
Diese Suppe wird ein Lieblingsrezept aus zwei Gründen: Das ist eine Turbosuppe (die Herstellung dauert knapp eine Viertelstunde) und sie schmeckt fantastisch nach Sommer - hängt aber natürlich auch von der Qualität der Tomaten ab!

Donnerstag, 23. August 2012

Antipasti: Knoblauch-Champignons


Ich gehe - sofern ich nicht grad an Krücken gehe - leidenschaftlich gerne in den Wald Pilze sammeln. Auch wenn nicht Pilzsaison ist, kann ich gar nicht wie ein normaler Mensch durch den Wald gehen. Mein Blick scannt auch im Winter den Waldboden vor mir wie ein MRI-Gerät - Pilzlerkrankheit sozusagen. Derzeit hinke ich eben wegen eines Hüftproblems (bin aber auf dem Weg zur Besserung), so dass ich einfach nicht in den Wald kann. Drum muss ich Pilze im Laden oder auf dem Markt kaufen. Das ist wirklich übel und strapaziert meine Pilzlerseele (und vor allem auch meinen Geldbeutel) enorm. ;-)

Sodele, und nun kommt eine kleine «Abhandlung» über Champignons, Verwechslungsmöglichkeiten und Pilzesammeln allgemein.
Champignons gehören für mich - auf dem Teller zumindest - zu den langweiligsten Pilzen überhaupt. Nicht aber im Wald. Die Familie der Agricaceae, also der champignonartigen Pilze, ist zwar nicht wahnsinnig gross, jedoch auch nicht ganz unproblematisch. Es gibt immer wieder Leute, die behaupten, Champignons seien ungiftig. Jepp, der Wiesen- und der Zuchtchampignon schon, der Anis- und der Waldchampignon ebenfalls. Und noch ein paar andere auch. Aber den Karbolchampignon empfehle ich nun wirklich nicht zum Verzehr. Und aufgepasst: Immer wieder gibt es Leute, die Champignons mit dem kegelhütigen, dem weissen oder dem grünen Knollenblätterpilz verwechseln. Drum, wer Pilze sammelt und nicht selber Pilzkontrolleur ist, geht mit jedem Korb selbstgesammelter Pilze in die Kontrolle. Alles andere ist fahrlässig. Auch würde ich nie bei jemandem privat unkontrollierte Pilze essen - auch wenn der dreimal behauptet, das Pilzwissen von seinem Opa gelernt zu haben. Einmal falsch getippt und die Sache endet bestenfalls mit Bauchgrimmen, schlimmstenfalls mit einem fürchterlichen Leiden mit Todesfolge.

So, und nun haben sicher alle wahnsinnige Angst, Pilze und selbstgesammelte Champignons im Besonderen zu essen ;-) Hier für die Mutigen ;-) trotzdem ein ganz einfaches Rezept, das aus einem langweiligen Zuchtchampignon ein leckeres Apérohäppchen macht.

500 g Champignons
2 grosse, frische Knoblauchzehen
1 Peperoncino
Olivenöl
ein Schluck Sherry
ein Spritzer Zitronensaft
Salz, Pfeffer
glatte Petersilie

Champignons putzen, grosse sechsteln, mittlere vierteln, kleine ganz belassen. Die Champignons in einer Bratpfanne in Olivenöl scharf anbraten. Knoblauch und Peperoncino hacken. Wenn die Champignons schön Farbe gekriegt haben, Hitze reduzieren, Knofi und Peperoncino kurz mitdünsten. Salzen und pfeffern, mit Sherry ablöschen und den Zitronensaft dazugeben, ca. 10 Minuten schmurgeln lassen. Zum Schluss mit gehackter Petersilie bestreuen.
Die Champis passen kalt zum Apéro, schmecken aber auch fein lauwarm auf einem Salat.

Mittwoch, 22. August 2012

Herbstsalat mit Roquefort-Crostini


Noch ist es Sommer. Die Temperaturen hoch wie schon lange nicht mehr. Aber der Herbst ist nicht mehr weit. Man spürt ihn schon. Abends ab 21 Uhr wird draussen das Gras feucht - ein untrügliches Zeichen. Und die Trauben sind reif.
Zorra feiert heuer, resp. nächsten Monat ihr achtes Bloggerjahr. Wahnsinn! Hunderte Brotzrepte, Kochrezepte, Eisrezepte, Blog-Events und... und... und.
Um die Acht gebührend zu knacken gibt es natürlich ein Blog-Event, diesmal mit dem Titel «Knacken und backen». Geknackt werden sollen Walnüsse. Jupp, da bin ich dabei. Jetzt könnte ich natürlich als Schweizerin eine Bündner Nusstorte backen. Kann ich aber nicht. Weil mein Vater der «Chrömlibeck» kann die viel besser - das überlasse ich ihm. Bündnerin bin ich auch nicht. Und die Backerei ist ja bei mir so eine Sache... ;-)
Aber ich kann auch Nüsse verbacken. Ganz simpel einfach auf einem Roquefort-Crostini. Und die gab es heute zu einem kleinen Herbstsalat.

Rezept für 4 Personen
120 g Roquefort
60 g frische Butter
12 Scheiben von einem Mini-Baguette
12 Walnusshälften

Roquefort und Butter in einer Schüssel von Hand zusammen verkneten. Die Baguette-Scheiben gut halbzentimeterdick mit der Käsemischung bestreichen. Auf jede Baguette-Scheiben je eine Nusshälfte setzen. Ofen auf 220 Grad vorheizen, dann bei Erreichen der Hitze auf Oberhitze schalten. Die Crostini auf ein Blech setzen und auf der zweitobersten Rille 5 bis 7 Minuten backen.

Die Crostini kann man zum Apéro zu einem Glas Wein reichen oder als kleines Abendessen mit einem Salat. Mein Salat war ein buntes Allerlei aus verschiedenen Blattsalaten, ein paar Blättern Ruccola aus dem Kräutergarten, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Basilikum und einer Handvoll kurzgebratener Eierschwämmchen, die ich obendrüber verteilt hatte. Dazu ein paar Muskatellertrauben vom Traubenstock einer Nachbarin.

Blog-Event LXXXI - Knacken & Backen und eine KitchenAid gewinnen! (Einsendeschluss 15. September 2012)

Dienstag, 21. August 2012

Lapin à la moutarde


Lange Zeit kam bei uns kein Kaninchenfleisch mehr auf den Tisch. Dies, weil das Küken zwei Karnickel als Haustiere hielt - also draussen, nicht in der Wohnung. Ich war mit den Kaninchen nur unter der Bedingung einverstanden, dass ich damit nichts zu tun habe. Ich füttere nicht, ich miste keinen Stall, ich trage die Tiere nicht in den Auslauf, ich organisiere keinen Karnickelsitter, wenn wir in die Ferien fahren. Nichts, gar nichts. Und sollte ich nur ein einziges Mal dafür sorgen müssen, dass die Tiere frisches Wasser oder Futter kriegen, dann gibt es sie am Sonntag mit Kartoffelstock und Erbsen und Karotten und viel Sauce... so meine Aussage, mit der ich alles versemmelt hatte. Seither isst das Küken kein Karnickelfleisch mehr.
Die beiden Karnickel haben wir nicht mehr. Nicht, weil das Küken nicht gut geschaut hätte. Nein, der eine hatte eines Tages einen Herzstillstand. Daraufhin war der andere dermassen traurig, dass wir ihn zu Freunden gegeben haben, die auf einem Bauernhof leben und ganz viele - bereits ältere - Kaninchen haben. Dort hat der Hoppel jetzt viele Freunde und kann draussen rumtoben.
Nun hat mich letztens dermassen die Fleischeslust überfallen, dass ich am Samstag ein Kaninchen erstanden habe. Das Rezept hatte ich meiner Mutter abgeluchst - als meine Eltern noch in der Provence gelebt hatten, wurden wir ab und an mit so einem Oliven-Senf-Karnickel beglückt.
Heute gab es das Kaninchen zum Mittagessen. Dummerweise hatte ich nicht dran gedacht, dass der Junghahn heute ja in die Landschulwoche fährt. Und das Perlhühnchen ist derzeit in Hamburg, also ein Karnickel fürs Küken und mich. Tja, und dass das Küken noch immer jegliches Kaninchenfleisch verweigert, damit hatte ich nun auch nicht gerechnet. Also ein ganzer Karnickel für mich alleine.

Rezept
1 Kaninchen in 8 Teile zerlegt
2 Knoblauchzehen
200 g schwarze Oliven
Salz, schwarzer Pfeffer (Vorsicht mit Salz - siehe Text)
1 Dessertlöffel abgezupfte Thymianblättchen
Dijonsenf
2 dl Weisswein
2 dl Hühnerbrühe (ich hatte Gemüsebrühe)
4 Esslöffel Crème fraîche
Olivenöl zum Anbraten

Knoblauch fein hacken (nicht pressen), Oliven entsteinen und in Streifen schneiden. Gemäss dem Rezept soll man jetzt den Karnickel vor dem Anbraten salzen. Ich hab das nicht gemacht. In meinem Gericht ist kein Krümel Salz drin, die Oliven und der Senf sind genug salzig, mehr wäre wirklich zu viel. Also, in einem Gusseisentopf die Kaninchenteile portionenweise anbraten. Herausnehmen und die Fleischteile grosszügig mit Senf einschmieren. Im Bratensatz auf kleinem Feuer den Knoblauch andünsten. Die Olivenstreifen beifügen und kurz mitdünsten. Jetzt die Fleischstücke wieder in den Topf zurück, mit dem Thymian bestreuen, pfeffern und mit Weisswein ablöschen. Etwa die Hälfte der Brühe beifügen. Alles auf kleinem Feuer etwa eineinhalb Stunden zugedeckt schmoren lassen. Von Zeit zu Zeit kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit vorhanden ist, evtl. Brühe nachgiessen. Vor dem Servieren die Crème fraîche in die Sauce einrühren und evtl. mit Senf abschmecken. Ich habe die Sauce noch ein bisschen mit Beurre manié abgebunden, bevor ich die Crème fraîche eingerührt habe.
Bei uns gab es dazu Bratkartoffeln und die Krautstiele vom Nachbar Hans (die Blätter davon sind am Sonntag ja in die Tarte gewandert).

Montag, 20. August 2012

Tomatentarte mit Zugabe


Ihr kennt meinen netten Nachbarn, den Hans. Der mit dem Gemüsegarten. Der reichte mir am Freitag einen Arm voll Krautstiele über den nichtvorhandenen Zaun. Sehr schön, denn alle hier mögen Krautstiele. Und letzte Woche buk Robert von Lamiacucina hübsche Mangold-Tartelettes, zwar mit rotem Stielmangold, aber das musste ja auch mit meinen Krautstielen vom Hans funktionieren. Am Samstag habe ich also flugs einen Teig nach Roberts Rezept geknetet und blind gebacken. An dieser Stelle möchte ich anfügen, dass ich das allererste Mal etwas blind gebacken habe - unglaublich, gell.
Tja, und wie das häufig so ist - klingelte dann das Telefon... Fahrplanänderung... also sind wir am Samstag Abend mit Freunden auswärts essen gegangen. Der Blindgebackene musste warten.
Unterdessen hatte mich aber bei Sybille von Tomatenblüte auch noch eine Tomatentarte begeistert. Das Ursprungsrezept stammt von Heike. Aha - hier auch ein blindgebackener Boden, so einen hab ich ja parat.
Und weil ich ja häufig alles gleichzeitig haben will, habe ich die ganzen wunderbaren Ideen einfach zusammengefügt, verheiratet, teils bisschen was weggelassen, dafür ergänzt mit dem, was bei mir im Kühlschrank war. Entstanden ist was Neues, das lauwarm wunderbar mit einer grossen Schüssel Salat geschmeckt hat.

Rezept für ein rundes Blech von 26 cm Durchmesser
Teig
(ich habe nur etwa die Hälfte des Teiges gebraucht)
300 g Mehl
100 g Butter
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei
ca. 1/2 dl Wasser

Belag
Blätter von 4 Krautstielen
ca. 650 g Cherry-Tomaten
125 g Mascarpone
125 g Ricotta
1 Esslöffel Crème fraîche
1 Ei
Salz, Pfeffer

Mehl mit Salz vermischen, Butter in Flocken dazu geben und mit dem Mehl verkrümeln, das Ei und Wasser zugeben und alles zu einem glatten Teig zusammenfügen. In eine Klarsichtfolie gehüllt im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.
Dann den Teig auswallen und ein Blech damit belegen. Teig einstechen, irgendwelche Hülsenfrüchten, die zur Hand sind, drauf kippen (bei mir waren es Kichererbsen) und ab in den Ofen damit - 20 Minuten bei 180 Grad. Hülsenfrüchte in ein Glas kippen fürs nächste Mal blindbacken. Boden auskühlen lassen.
Krautstiele von den Blättern befreien. Blätter kleinschneiden und in Salzwasser blanchieren. Abgiessen und mit kaltem Wasser abschrecken.
Mascarpone, Ricotta, Crème fraîche, Ei, Salz und Pfeffer miteinander glatt rühren. Die Masse auf den ausgekühlten Teigboden streichen. Die Krautstielblätter gut ausdrücken und auf der Tarte verteilen. Dann die Tomätli eng kreisförmig auf den Krautstielblättern anordnen.
Tarte in den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen schieben und ca. 40 Minuten bei Umluft backen bis die Tomaten anfangen zu schrumpeln. Die noch warme Tarte mit bestem Olivenöl beträufeln und mit Salz und grob gemahlenem, schwarzem Pfeffer bestreuen.
Das nächste Mal werde ich noch Feta in die Mascarpone-Ricotta-Masse krümeln. Ich glaube, das würde ganz gut passen.




Mittwoch, 15. August 2012

Nachgebastelt: Gurkensalat mit Kürbiskernöl von Mel


Letzte Woche konnte ich nicht mal sagen, ich hätte was nachgekocht. Ich hab nur nachgebastelt (zu kochen gab es da nämlich nix). Und zwar den Hochzeits-Gurkensalat, der laut Mel von Pimpimella das «Beste nach der Rede des Bräutigams» war.
«10%igen Joghurt mit Kürbiskernöl verrühren, salzen und pfeffern. Gurke fein hobeln und untermischen, ein paar Klackse Joghurt dazwischen», so lautete Mels Beschreibung.
Ich hatte keinen solchen Joghurt - dafür aber einen Becher saure Sahne, der weg musste. Und die Gurken waren aus dem Garten der Nachbarin - drum hab ich sie abgeschält. Die Kürbiskerne habe ich in wenig Olivenöl gebraten, bis sie in der Bratpfanne gehüpft sind, dann gesalzen und gepfeffert. Den Salat gab es zu Bratkartoffeln und war ratzfatz weggefuttert - das wird ein Wiederhohlungstäter.
Und weil ich bei Mels Mohnevent bei Zorra nicht mitmachen kann, obwohl ich gerne gewollt hätte (mir ist mit Mohn nichts eingefallen), widme ich ihr den heutigen Post :-)