Freitag, 30. August 2013

Sommer im Glas - Brombeermarmelade


Pilze hatte ich eigentlich gesucht. Habe ich leider nicht gefunden. Doch, zwei einzelne, traurige Exemplare - einen total von den Schnecken zerfressenen Perlpilz, zweihundert Meter weiter noch einen roten Täubling, keine Ahnung, was für einer das genau war, auf jeden Fall nix für die Pfanne. Was es auch gab und ich in diesem kleinen Wäldchen noch nie gesehen hatte, war das drüsige Springkraut. Ich habe ein paar Pflanzen, die ich am Waldrand gesichtet habe, ausgerissen und mitten auf der Strasse liegen gelasssen. Muss mal morgen den Förster konsultieren. Dieses Gewächs gehört hierzulande ausgerottet.


Ebenfalls gefunden habe ich Brombeeren. Rund 2,5 kg habe ich in einer knappen Stunde gepflückt. Nicht viel, aber immerhin hat es ein paar Marmeladengläser voll gegeben. 


Rezept
1 kg Brombeeren
Saft einer halben Zitrone
1 kg Gelierzucker oder 1,2 kg normalen Zucker

Brombeeren aus dem Wald müssen unbedingt gründlich inspiziert werden. Ich gebe sie jeweils in ein Sieb und überbrause sie gründilich mit kaltem Wasser, lasse sie gut abtropfen und kippe sie anschliessend auf ein Küchentuch. Dort kontrolliere ich sie auf Würmer und sonstiges Ungeziefer. Sind die Beeren in Ordnung  und ungezieferfrei, wäge ich sie ab und koche sie gemäss den Rezeptangaben ein. Zucker, Beeren und Zitronensaft aufkochen, mind. 3 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann siedend heiss in Gläser abfüllen, diese zuschrauben, auf den Kopf stellen, nach 3 bis 5 Minuten zurück drehen und auskühlen lassen.

Mittwoch, 21. August 2013

Nachgekocht: Jamie Olivers Sommerhuhn


Man mag von Jamie Oliver halten, was man will - dieses Rezept hier ist eines meiner Lieblingsrezepte für Hühnerschenkel. Es entspricht genau meiner Vorliebe für einfache, aber raffinierte Alltagsküche, die auch Gästen aufgetischt werden kann. Und liebe Freunde, das beste überhaupt an diesem Rezept ist, ihr braucht keinen einzigen Topf, der Herd wird nicht benutzt, keine Bratenspritzer, zum Abspülen nach den Vorbereitungen gibt es lediglich ein Messer und ein Schneidebrett. Die Vorbereitungszeit beträgt grad mal eine Viertelstunde, da bleibt wunderbar Zeit, sich bei einem Apéro um die Gäste zu kümmern, in der Zeit, schmurgelt die komplette Mahlzeit im Ofen vor sich hin. Und weil die Vorbereitung so fix geht, ist dies ein Rezept für die Kategorie Turbo.


Rezept für 4 Personen
4 Hähnchenschenkel (in Ober- und Unterschenkel getrennt)
4 Tomaten (in Schnitze geschnitten) oder 2 grosse Handvoll Kirschtomaten
1 frische Knoblauchknolle, in ungeschälte Zehen zerteilt
1 Peperoncino, entkernt und in kleine Würfelchen geschnitten
1 Handvoll grosse weisse Bohnen (frisch gekocht oder aus der Dose)
8 bis 12 neue Kartoffeln
5 grosse Stengel Basilikum, Blätter abgezupft, Stengel fein gehackt
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

Die Hähnchenschenkel mit Olivenöl einreiben und rundum salzen. In einer grossen, flachen Form Olivenöl verteilen und die Hähnchenschenkel reinlegen. Die Kartoffeln je nach Grösse halbieren oder dritteln und mit den Knoblauchzehen und den Tomatenschnitzen oder Kirschtomaten zwischen die Hühnerschenkel verteilen. Alles kräftig salzen und pfeffern (die Kartoffeln «fressen» immer soviel Salz), mit Olivenöl beträufeln und in den auf 200 grad vorgeheizten Ofen schieben. Nach 50 Minuten die Bohnen, die Peperoncinowürfelchen sowie die gehackten Basilikumstengel über dem Gericht verteilen und nochmals 10 Minuten in den Ofen schieben. Zum Schluss mit den kleingeschnittenen Basilikumblättern bestreuen.

Jamie Oliver: «Essen ist fertig! Die besten Rezepte für jeden Tag»
Verlag Dorling Kindersley, ISBN-13: 978-3-8310-0729-5

Montag, 12. August 2013

Nichtblogbares Lieblingsessen: «Hörnlichäsuöpfumues»

Version für die Seele

Gibt es bei Foodbloggern Essen, das nicht vorzeigbar ist? Ja, gibt es und Mel vom Blog Pimpimella möchte für Ihren Blogevent, den sie bei Zorra ausrichtet, genau solches Essen sehen. Kann sie haben. Abgründe, sag ich da nur - ABGRÜNDE! Es gibt Dinge, die schmecken einfach unglaublich gut - die würde man aber nicht mal seinen Freunden vorsetzen. Freunde, die mittlerweilen ein bisschen verwöhnt sind und gewisse Ansprüche an ein Essen im Hühnerstall haben. Denen würde ich NIE meine Leibspeise für schlimme Tage vorsetzen! Das heutige Essen gehört in die Kategorie «Seelennahrung und Trostpflaster»:

Hörnlichäsuöpfumues

Gehört genauso ausgesprochen, alles in einem Rutsch - nochmals, für alle Nichtschweizer und Nichtberner: Hörnlichäsuöpfumues, Hörnlichäsuöpfumues, Hörnlichäsuöpfumues

Habt ihr's? Jetzt noch die Übersetzung für die, die es gar nicht verstehen: Hörnli, Käse und Apfelmus. Klingt so aber nicht so schön, gell. Hörnlichäsuöpfumues ist viel schöner, weicher, trostpflästerliger. Essen tut man Hörnlichäsuöpfumues mit einem Suppenlöffel. Kauen tut man praktisch nicht, Hörnlichäsuöpfumues rutscht einfach so runter.

Rezept für 2 Personen
300 g Hörnli
15 g Butter
frisch geriebenen Parmesan oder Greyerzer
selbstgemachtes Apfelmus

Hörnli in Salzwasser al dente kochen, abgiessen, die Butter schmelzen lassen und die Hörnli in der Butter schwenken.
Für die Seele geht es hier weiter:
Hörnli in einen Suppenteller geben, Käse drüber reiben, mit den Hörnli vermischen und das Apfelmus mit Schwung obendrauf klatschen. Alles umrühren und mit einem Suppenlöffel essen.
Wer Ansprüche ans Aussehen hat:
Hörnli in einen Suppenteller geben, Käse drüber reiben, Apfelmus in einem kleinen Töpfchen dazu reichen. Isst man auch mit dem Suppenlöffel, mantscht aber nicht im Teller rum und löffelt das Apfelmus separat dazu.
Die Version für die Seele schmeckt besser - versprochen!

Version fürs Auge

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Freitag, 9. August 2013

Sommeressen: Basilikum-Crêpes mit Ratatouille


Nun ist es soweit - jetzt ist mittags nur noch das Küken zuhause. Der lange Junghahn hat letzten Montag seine Ausbildung zum Kaufmann in einem Bundesverwaltungsbetrieb in der Hauptstadt angefangen und kommt mittags nicht mehr heim. Der Lange hat ja jeweils gegessen für drei, das heisst, ich muss per sofort die Mengen verkleinern, sonst haben wir hier endlos Reste.
Die Einzelteile unseres heutigen Mittagessens lassen sich super vorbereiten. Die Crêpes kann man am Tag vorher backen, das Ratatouille hält sich im Kühlschrank locker auch ein paar Tage. Kommt dann ein hungriger Esser nach Hause, bastelt man bloss noch die Einzelteile zusammen und schiebt das Ganze in den Ofen zum gratinieren.

Crêpes (ca. 10 kleine à 15 bis 18 cm Durchmesser)
150 g Mehl
2 Eier
Wasser
Milch
1 gestrichener Espressolöffel Salz
4 cl Bier
15 g zerlassene Butter
einige Basilikumblätter

Ratatouille
1 grosse Aubergine
3 kleine Zucchini
1 Zwiebel
2 rote Spitzpaprika
2 Tomaten
2 frische Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Esslöffel Kräutermischung, fein geschnitten aus einem Salbeiblatt, Oregano und wenig Rosmarin sowie frischem, abgezupften Thymian
1 Lorbeerblatt
3 Gewürznelken

Zum Gratinieren
1 dl Sahne
2 bis 3 Esslöffel geriebenen Parmesan

Crêpes
Mehl mit kaltem Wasser in einem Massbecher klumpenfrei zu einem Brei verrühren. Milch, Salz und Eier miteinander verquirlen und zum Mehlteig geben. Mit dem Handrührgerät gut vermischen, dann das Bier, die flüssige Butter und die kleingeschnittenen Basilikumblätter beifügen. Die Menge für Milch und Wasser kann ich nicht genau angeben, ich habe zum Schluss jeweils rund 0,5 l Teig im Massbecher. Teig eine gute Stunde ruhen lassen.
In einer heissen Bratpfanne mit einem Pinsel wenig Bratbutter verstreichen. Dann eine kleine Kelle Teigmasse in die Pfanne geben. Durch Schwenken der Pfanne den Teig verteilen, so dass eine schön dünne Crêpe entsteht. Diese beidseitig leicht braun backen.


Ratatouille
Aubergine in kleine Würfelchen schneiden und in einer Sauteuse in Olivenöl langsam goldbraun anbraten. In der Zwischenzeit Zucchini, Paprika und Tomaten ebenfalls klein würfeln, Zwiebeln sehr fein. Sind die Auberginenwürfel schön gebräunt und eigentlich gar, erst die Zwiebel dazu geben und glasig dünsten, dann die Paprika ein paar Minuten mitgaren. Jetzt die Zucchini und den Knoblauch beifügen und zwei Minuten später die Tomaten. Die Kräuter, Lorbeer und Nelken dazu, salzen und pfeffern und bei mittlerer Hitze 5 bis 7 Minuten halb zugedeckt köcheln lassen. Das Gemüse sollte noch Form und ein bisschen Biss haben. Nochmals abschmecken.


Finish
In eine Auflaufform eine Crêpe legen, darauf zwei Esslöffel Ratatouille häufen, Crêpe umschlagen, resp. halbieren. Die nächste Crêpe ebenfalls so füllen und halb über die erste legen. Wenn die Form voll ist - für das Küken und mich hatte ich insgesamt 5 Crêpes gerechnet - die Sahne steif schlagen und den Parmesan unterheben. Die Parmesan-Sahne über die Crêpes verteilen. Im Ofen bei 230 Grad unter dem Grill goldbraun überbacken.

Samstag, 3. August 2013

Nachgekocht: Wels auf Paprikafond von Alfons Schuhbeck


Die Sommer-Denkpause ist zwar noch nicht ganz vorbei - aber so ab und an koche ich wieder was. Zwölf Süsswasserfisch-Rezepte gedenke ich dieses Jahr für Peggys Süsswasserfisch-Event zu veröffentlichen - jeden Monat ein Rezept. Den Juli habe ich bereits versemmelt. Drum gibt es halt jetzt im August zwei Rezepte. So langsam wird es aber schwierig mit dem Fisch. Ich habe an mich den Anspruch, keine zwei Mal den selben Fisch zu verwenden. Ich kriege hier aber gewisse Fische einfach nicht. Deshalb habe ich den Wels für das heutige Rezept aus Deutschland mitgebracht.
Das Rezept ist von Alfons Schuhbeck - im Grossen und Ganzen habe ich mich an das Original gehalten, ein paar kleine Änderungen habe ich aber trotzdem vorgenommen. So habe ich zum Beispiel den Kräutersalat weggelassen, der meiner Meinung nach defintiv zu viel an Aromen gewesen wäre. Denn im Paprikafonds sind bereits Zitronenabrieb, Kümmel, Vanille und Zimt mit drin, beim Fisch auch noch Majoran. Irgendwann hört es bei mir dann einfach auf mit Geschmackskomponenten. Ich werde hier meine Version verbloggen, das Original kann man bei Schuhbeck nachlesen. Uns hat das Gericht sehr gefallen. Das sommerliche Gemüse ist eine Überraschung, grad wegen der Gewürze, die leicht nach Weihnachten schmecken.

Für 2 Personen als kleiner Hauptgang oder als Vorspeise
Paprikafond
zwei Frühlingszwiebeln
je eine kleine gelbe und rote Paprika
1 Knoblauchzehe in feine Scheiben geschnitten
1 kleine Zimstange
1 Lorbeerblatt
ausgekratztes Mark von einer halben Vanillestange
1/2 Espressolöffel Kümmelsamen, im Mörser leicht angestossen
wenig Abrieb von einer unbehandelten Bio-Zitrone
eine Messerspitze Piment d'Espelette
Rapsöl
2,5 dl Gemüsebrühe
evtl. Salz

Wels
180 bis 200 g Welsfilet
1 Knoblauchzehe in feine Scheiben geschnitten
1 Prise Kümmelsamen, im Mörser leicht angestossen
frischer Majoran, fein geschnitten
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
wenig Piment d'Espelette
wenig Bratbutter
frische Butter


Kartoffelwürfel
1 grosse festkochende Kartoffel, in kleine Würfelchen geschnitten
1 Lorbeerblatt
1 Chilischote
Bratbutter
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Paprikafonds
Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, grün und weiss getrennt voneinander. Die Paprika mit einem Sparschäler schälen, Kerne entfernen, in Streifen schneiden und dann diagonal in Rhomben. Die weissen Zwiebelringe mit den Paprika in einem Topf in Rapsöl anschwitzen, dann alle Gewürze und die Knoblauchscheibchen dazu geben, kurz mitdünsten und mit Brühe aufgiessen. Das Paprikagemüse 10 Minuten simmern lassen, so dass es am Schluss noch Biss hat. Den Topf vom Herd nehmen, das Grün der Frühlingszwiebel und den Zitronenabrieb beifügen und mit Salz abschmecken.

Wels
Die Welsfilets in einer Grillpfanne in Bratbutter beidseitig kurz anbraten, anschliessend die Pfanne vom Herd nehmen und den Fisch durchziehen lassen.
In einer Bratpfanne die frische Butter aufschäumen, vom Herd ziehen, salzen, pfeffern, Kümmel, Piment d'Espelette und Knoblauchscheibchen beifügen. Gewürze kurz ziehen lassen, dann den Fisch darin wenden. Mit frischem, feingeschnittenen Majoran bestreuen.

Kartoffelwürfel
Kartoffelwürfel in Salzwasser mit einer Chilischote und einem Lorbeerblatt ca. 10 Minuten garen, abgiessen, ein bisschen ausdampfen lassen, Lorbeer und Chili entfernen. Die Kartoffelwürfel in Bratbutter goldbraun braten, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Finish
In einen Suppenteller das Paprikagemüse mit Fond schöpfen, die Kartoffelwürfel darüber verteilen und ein Fischfilet darauf setzen. Mit etwas Grünem (bei mir Basilikum und Majoran) aus dem Kräutergarten garnieren. Eine Zitronenzeste zu einer Locke drehen und dazu stecken. Ein paar diagonal geschnittene Ringe von einer roten Spitzpaprika geben dem Ganzen noch einen knalligen Farbeffekt.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Hochsommerdenkpause









Sommerhitze, flirrend. Nachbars Katze reglos unter dem Forsythienstrauch. Sogar die Vögel sind für einmal ruhig.
Einzig eine Hummel fliegt von Malvenblüte zu Malvenblüte. Schwer beladen mit Blütenstaub. Das Starten fällt ihr von Blüte zu Blüte schwerer. Vielleicht stürzt sie auf dem Heimweg ab wegen Übergewicht. Selber schuld?
Auf den Gartenwegplatten ein vertrockneter Regenwurm. Der war gestern noch nicht da. Wieso kommt der bei dieser Hitze überhaupt aus dem Boden? Können Regenwürmer Selbstmord begehen?
Heute gelesen: «Woher wollen Sie eigentlich wissen, was jemand wirklich meint, wenn er etwas sagt?»* Lange darüber nachgedacht. Je mehr ich darüber denke, umso wirrer werde ich im Kopf.
Mit wirrem Kopf kann ich nicht kochen. Wenn ich nicht koche, kann ich nicht essen. Wenn ich nicht esse, kann ich nicht denken. Ich mache Sommerpause. Kochpause. Denkpause. Bis auf weiteres.

* Thomas Vašek: Denkstücke - Lockerungsübungen für den philosophischen Verstand
Suhrkamp Verlag Berlin, ISBN 978-3-518-46394-9

Mittwoch, 17. Juli 2013

Vegifutter für und Liebeserklärung an den besten Freund


Chaos im Leben. Auf und ab. Wie die Landschaft im Emmental:


Ich lebe hier, war fern und kam immer wieder zurück, will nicht wieder weg. Hier geht es auf und ab und drunter und drüber. Und wenn meine Welt unterzugehen droht, wenn ich nicht mehr weiss, wo oben und unten steht, wenn sich alles auf den Kopf stellt - dann schiebe ich die CD «Ämmitau» von Tinu Heiniger (meinem ehemaligen Singlehrer) in den Schieber, Lautstärke auf Maximum und dann... hinhören, zuhören, mitsingen, mitleben, mitfühlen, manchmal ein bisschen weinen...

Nicht einfach, diese Emmentaler... ein seltsames Volk. Aber hier lebe ich, hier bin ich zuhause, hier verstehe ich die Sprache, hier gehöre ich hin, hier sind meine Freunde.

Freunde! Bester Freund! Lieber I. - dieser Post ist nur Dir gewidmet! Ich danke Dir, dass es Dich gibt. Seit bald 25 Jahren bist Du mein bester Freund. Du hast mich durch fast mein ganzes Erwachsenenleben begleitet. Wir hatten keinen einfachen Start zusammen, mussten uns zusammenraufen, kennen lernen, mussten uns ausloten, mussten lernen, uns zu spüren...

Das hat einige Zeit, Jahre gedauert. Wir haben uns aneinander aufgerieben, haben uns gegenseitig manchmal genervt, haben uns aber immer wieder gefunden, haben gelernt, was wir aneinander haben, haben gelernt, uns gegenseitig bedingungslos zu lieben und zu schätzen - als beste Freunde!

Ich danke Dir, dass Du jederzeit für mich da bist! Und ich weiss, dass Du weisst, dass ich für Dich genauso bedingungslos da bin.

Ich bin glücklich und dankbar, dass Du mein bester Freund bist!

Vegifutter für den besten Freund und zwei Mitesserinnen
3 kleine Zucchini in Scheiben geschnitten
1 Aubergine in Scheiben geschnitten
je 1 rote und 1 gelbe Paprika, halbiert und entkernt
3 Tomaten, halbiert, Kerne entfernt
400 g Champgingons, geviertelt
12 kleine, neue Kartoffeln, mit Schale gekocht
4 Esslöffel selbstgemachtes Paniermehl
Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Knoblauch
Oregano, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut, gehackte Petersilie
Weisswein
essbare Blüten zur Deko (Kapuzinerkresse, Malven, etc.)
Sauerrahm mit Schnittlauch und Basilikum

Zucchini in einer Grillpfanne in Olivenöl beidseitig langsam anbraten, salzen und pfeffern, anschliessend auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. In eine kleine Schüssel geben, mit frischem Olivenöl, wenig Salz und Pfeffer sowie frischem Oregano vermischen.
Aubergine in Scheiben schneiden, beidseitig salzen, in einem Sieb mindestens zwei Stunden entwässern lassen. Auberginenscheiben abwaschen, mit Küchenpapier trockentupfen, in einer Grillpfanne beidseitig langsam in Olivenöl anbraten (dauert rund 35 Minuten), anschliessend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Halbierte Paprikaschoten auf eine Stück Alufolie setzen und bei ca. 250 Grad im Backofen auf Grillstufe solange übergrillen, bis die Haut komplett schwarz ist. Paprika aus dem Ofen fischen, mit einem feuchten Tuch abdecken und auskühlen lassen. Dann die Haut abziehen, salzen, pfeffern, mit Thymianblättchen bestreuen und mit Olivenöl vermischen.
Tomaten halbieren, Kerne entfernen. Tomaten in eine kleine Auflaufform setzen, salzen und pfeffern. In einer beschichteten Bratpfanne frische Butter schmelzen, selbstgemachtes Paniermehl dazu geben, salzen, pfefffern sowie gehacktes Bohnenkraut, Oregano und Thymian dazu geben. Die Bröselmischung in die Tomatenhälften füllen. Wenig Olivenöl und Wasser in die Auflaufform geben, diese in den vorgeheizten Backofen geben und rund 40 Minuten bei 170 Grad schmurgeln lassen.
Champignons vierteln, in einer Bratpfanne in Olivenöl anbraten, bis sie goldbraun sind. Zwei Knoblauchzehe dazu drücken, salzen und pfeffern, mit einem Schluck Weisswein ablöschen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Ganz zum Schluss eine Handvoll gehackte Petersilie dazu geben.
Gekochte Kartoffeln in Olivenöl rundum kurz anbraten, salzen, pfeffern, mit feingeschnittenem Rosmarin bestreuen.
Alle Gemüse und die Kartoffeln auf einer grossen Platte anrichten. Sauerrahm mit frischem Basilikum und Schnittlauch vermischen, salzen und pfeffern und in einem hübschen Töpfchen zum Gemüse reichen. Die Platte mit essbaren Blüten garnieren.

Und dann einfach nur noch glücklich darüber sein, dass man einen besten Freund hat. Alles andere auf dieser Welt ist dann unwichtig!

Mittwoch, 10. Juli 2013

Gâteau Saint-Honoré zum Hochzeitstag


Heute sind meine Eltern 49 Jahre verheiratet. Schon verrückt, gell. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Neunundvierzig Jahre... 49 Jahre Höhen und Tiefen, Freude und Leid, Lustiges und Trauriges miteinander durchlebt. Sie haben zusammen gearbeitet, ein Haus umgebaut, zwei Junghühner aufgezogen, sind gemeinsam in die gleiche Richtung gegangen. Klar gab es Auseinandersetzungen, auch Krisen und all den Scheiss, den es halt so gibt in einer Beziehung. Aber im Endeffekt haben sich beide immer wieder auf das Gemeinsame besonnen. Dafür war und bin ich Ihnen heute noch dankbar.

Hochzeit der Henneneltern.

Eines aber haben meine Eltern all die Jahre immer wieder vergessen: ihren Hochzeitstag. Meist so eine Woche hinterher sagte eines von beiden: «Sag mal, was haben wir heute eigentlich für ein Datum...» Und dann Gelächter: «Wir haben den Hochzeitstag schon wieder vergessen, der wäre letzte Woche gewesen!»

Heute seit 49 Jahren verheiratet.

Den 25. Hochzeitstag hätten meine Eltern damals glatt auch wieder versemmelt: Voll der Stress im Job (Heimleiter in einem Altersheim) und grad gar keine Zeit, um an sowas «Profanes» wie einen Hochzeitstag zu denken. Aber ich hatte dran gedacht und meinen Eltern verboten, in die Wohnung zu kommen (Dienstwohnung um Altersheim). Ich hatte am Nachmittag extra frei genommen und die Küche mit Beschlag belegt. Gut, dass meine Mutter an dem Tag soviel um die Ohren hatte, dass sie gar nicht nachgefragt hat, was ich da eigentlich mache. Somit hatte ich meine Ruhe und die brauchte ich auch. Denn ich bastelte die erste Torte meines Lebens - einen Gâteau Saint-Honoré. Ich weiss bis heute nicht, wie ich es damals in einem halben Tag geschafft hatte, die Torte zu basteln und dazu noch ein mehrgängiges Abendessen hinzulegen - ich war damals grad mal 23. Jedenfalls hatte alles geklappt und mein Vater hatte damals die Torte über den Klee gerühmt. Seither hatte ich sie leider nie wieder gemacht bis jetzt.

1964 vor der Schweizer Botschaft in Teheran

Und es werden nicht wieder fast 25 Jahre vergehen, bis es die Torte wieder gibt, das weiss ich. Denn dafür liebe ich Windbeutel, diese mit Luft und luftiger Crème gefüllten Dinger zu sehr.

Rezept für eine Torte mit ca. 24 cm Durchmesser
Brandteig für die Windbeutel
3 dl Milch
80 g Butter
1,5 Esslöffel Zucker
1/4 Teelöffel Salz
1 Prise Muskat
150 g Mehl
3 Eier
100 g Butterblätterteig

Crème für die Füllung
1 Vanilleschote
3 dl Milch
60 g Zucker
4 Eigelb
3 Blatt Gelatine
3 Eiweiss
2 dl Rahm

Caramel
100 g Zucker
1,25 dl Wasser

Himbeeren zur Deko

Brandteig
In einem flachen Topf Milch mit der Butter, dem Salz, Zucker und Muskat aufkochen. Dann das Mehl dazu geben und dabei ständig rühren, auf kleinem Feuer ca. 3 bis 5 Minuten abbrennen. Das ergibt einen dicken Teig, der sich vom Topfboden löst und total mühsam im Schneebesen hängt. Topf vom Herd nehmen, den Teig aus dem Schneebesen klopfen und ca. 10 Minuten etwas auskühlen lassen. Jetzt die Eier eins nach dem andern unter den Teig rühren.
Den Blätterteig auswallen und eine runde Form von ca. 24 cm Durchmesser ausschneiden (habe ich mit einem Topfdeckel und einem Pizzarad gemacht). Ein grosses Kuchenblech mit Backpapier auslegen, die Teigplatte auf das Papier legen und mehrfach mit einer Gabel anstechen.
Den Brandteig in einen Spritzbeutel mit grosser Sterntülle geben und auf den Blätterteig einen Rand aufspritzen, der ca. 2 cm hoch sein sollte.
Mit dem Rest des Brandteiges kleine Windbeutel spritzen. Das Blech in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben (zweite Schiebeleiste von unten), backen ca. 20 Minuten. Dann die Windbeutel und den Boden auf einem Gitter auskühlen lassen.


Crème
Für die Crème die Milch mit der ausgekratzten Vanille-Schote und dem Zucker aufkochen. Die Eigelb in eine Schüssel geben. Die heisse Milch dann langsam unter ständigem Rühren zu den Eiern giessen. Nun die Eier-Milch-Geschichte zurück in den Topf geben und diesen zurück auf den Herd stellen. Bei schwachem Feuer solange rühren, bis die Crème anfängt zu binden (nicht kochen!). Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen, wenn sie schön labbrig sind, ausdrücken und in die heisse Crème rühren. Crème vollständig auskühlen lassen.
Eiweiss zu Schnee und den Rahm steif schlagen. Eiweiss und die Hälfte des Rahms unter die ausgekühlte Crème heben.
Die Windbeutel mit einer Schere aufschneiden und jeden Windbeutel mit der Crème füllen. Die restliche Crème auf den Tortenboden streichen.

Caramel
In einem Topf den Zucker caramelisieren, das Wasser beifügen und anschliessend gute 5 Minuten kochen lassen, bis sich ein dickflüssiger Sirup bildet. Die Windbeutel kopfüber in den Caramel tauchen. Anschliessend auf die Crème setzen.

Finish
Die restliche Sahne in einen Spritzbeutel geben und zwischen die Windbeutel weisse Sahnetupfer setzen. Himbeeren dekorativ auf dem Kuchen zwischen die Sahne verteilen.
Torte mind. eine Stunde kühl stellen.


Freitag, 5. Juli 2013

Ugly-Food: Lauwarmer Bohnensalat mit Hackbraten vom Hochlandrind


Im hiesigen Bioladen hatte ich unlängst drei verschiedenfarbige Bohnensorten gekauft: weisse, rote und schwarze. So ein dreifarbiger Bohnensalat wäre eigentlich noch cool, dachte ich mir. Also habe ich die Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht. Tja, was soll ich sagen - dumm gelaufen. Die schwarzen Bohnen haben total abgefärbt, so dass die weissen Bohnen nach dem Einweichen total grau waren. Damit nicht fertig - als die Bohnen fertig gekocht waren, waren die Schwarzen von den Roten kaum noch zu unterscheiden und die Weissen hatten einen rotbräunlichen Stich. Und dazu servierte ich dann einen Hackbraten, der farblich ja auch eigentlich keine Augenweide ist. Das einzige, was optisch die ganze Sache rausgerissen hat, waren die mit Frischkäse gefüllten Mini-Paprika, die das Innenleben des Hackbratens darstellten (Rezept in Anlehnung an dieses Modell hier, im Ursprung von Peter von Aus meinem Kochtopf), sowie das Bohnenkraut, das ich grosszügig auf dem Teller verteilt hatte. Aber lecker war das Ganze dann schon - einfach optisch war es nicht so der Brüller.

Rezept für 4 Personen
Bohnensalat
je 100 g weisse, rote und schwarze getrocknete Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 rote Zwiebel
3 Selleriestangen
1 Tomate
Salz, Pfeffer
Weissweinessig, Rapsöl
1,5 Esslöffel Dijonsenf
Bohnenkraut

Hackbraten
500 g Hackfleisch vom Schottischen Hochlandrind
2 Eier
ein altes, weisses Brötchen eingeweicht in etwas Sahne
Salz, Pfeffer
gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut, wenig Rosmarin)
1 Zwiebel, feinst gewürfelt
1 Spitzpaprika oder 8 kleine, runde Mini-Paprikas
Frischkäse (z.B. Philad.elphia), gewürzt mit Salz und Pfeffer und bisschen Piment d'Espelette
selbstgemachtes, feines Paniermehl
Bratbutter

Bohnensalat
Die eingeweichten Bohnen in frischem, ungesalzenem Wasser in einem grossen Topf ca. 1,5 bis 2 Stunden gar kochen, dann abgiessen und einmal kurz mit kaltem Wasser überbrausen.
Die Zwiebel schälen und in feine Ringe, den Stangensellerie in kleine Stückchen schneiden. Zwiebel und Stangensellerie in wenig Rapsöl dünsten. Die Tomate evtl. häuten, aber vor allem entkernen, dann klein würfeln.
Aus Salz, Pfeffer, Dijonsenf, Weissweinessig und Rapsöl eine Salatsauce rühren, Bohnenkraut dazu geben und die Sauce mit den noch warmen Bohnen vermischen. Die Zwiebel-Sellerie-Mischung und die Tomatenwürfel dazu geben und alles gut vermischen. Evtl. nochmals mit Salz abschmecken.

Hackbraten
Das Brötchen in eine Schüssel bröckeln und mit Sahne übergiessen. Zwiebelwürfel in Bratbutter glasig dünsten, Kräutermischung dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebel-Kräutermischung in eine Schüssel geben. Hackfleisch mit Küchenpapier gut trocken tupfen, Fleisch zur Zwiebel-Kräutermischung. Das eingeweichte Brötchen sowie die Eier ebenfalls. Von Hand die ganze Masse gut durchkneten.
Die Hackmasse flach auf ein Backpapier ausstreichen. Die Spitzpaprika bzw. die Minipaprika mit der Frischkäsemasse füllen. Die Paprika in die Mitte der Hackmasse legen und die Fleischmasse um die Paprika formen, so dass ein länglicher Braten entsteht.
In eine flache Platte das feine Paniermehl geben. Den Hackbraten in den Bröseln wenden, so dass er rundum paniert ist.
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer Bratpfanne den Hackbraten in Bratbutter rundum gut anbraten. Anschliessend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im Ofen 40 Minuten backen.

Fazit:
Der Bohnensalat schmeckt lauwarm hervorragend. Optisch ist er ein ziemliches Desaster. Das nächste Mal würde ich jede Bohnensorte einzeln einweichen. Wenn man die Bohnensorten einzeln kochen würde, wäre die Optik wahrscheinlich sehr gut. Aber energietechnisch gesehen wäre dies absoluter Schwachsinn.
Jedenfalls ist das wieder mal ein Beitrag für Heikes Rubrik Ugly Food:

Mittwoch, 3. Juli 2013

Nektarinenmarmelade mit Rosenblüten


Diese Marmelade hatte ich letztes Jahr ganz am Ende der Rosensaison gekocht, deshalb hatte ich mir das Rezept für dieses Jahr aufgespart. Derzeit blühen meine Rosen grad wunderschön rund ums Haus. Die rote Rose, die ich für die Marmelade verwendet habe, duftet ganz intensiv. Leider ist von all den Rosenstöcken, die ich habe, dieser der einzige, von dem ich den Namen nicht weiss. Die Blüten sind riesengross, Durchmesser gut und gerne 15 cm, die Blütenblätter zum Teil so dunkel, dass es fast ins Schwarze reinkippt. Und ein Duft... betörend. Die Rose wächst direkt unter meinem Schlafzimmerfenster und in der Früh, wenn die Sonne aufgeht, scheint diese direkt auf den Rosenstock. Dann erwache ich im ersten Stock manchmal, weil der Duft so wahnsinnig intensiv ist!

Rezept
1 kg Nektarinen, entsteint, geschält und in kleine Stückchen geschnitten
1 kg Gelierzucker
Blütenblätter von einer ungespritzen grossen, roten Duftrose
evtl. Rosenwasser

Nektarinen und Gelierzucker in einem grossen Topf zusammen aufkochen, 5 Minuten sprudelnd kochen lassen. Topf vom Herd nehmen und die kleingeschnittenen Rosenblütenblätter unterrühren. Wer Rosen hat, die nicht so intensiv duften, gibt noch ein wenig Rosenwasser in die Marmelade. Sofort in sehr saubere Schraubgläser füllen, zuschrauben und drei Minuten auf den Deckel stellen.